Fabrikation der Schwefelsäure.
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verwendete Schwefelsäure frei von Stickstoffverbindungen; zeigte sichbei der Prüfung mit Indigo ein Gehalt von nitroser Säure, so wurdenach dem Vorschlag von Pelouze der Säure in den Bleipfannen etwasAmmoniumsulfat zugesetzt.
Die beiden Firmen, welche in Wien Platinkessel ausgestellt hatten,waren Desmoutis, Quenessen & Co. in Paris und Johnson & Mat-they in London. Die Apparate unterscheiden sich in einigen Details.Das englische Haus wendet Doppelheber und Kühlschlangen ah, wäh-rend die französische Firma einen einfachen langen Heber anbringt.Der Iielm, welcher die schwache Säure abführt, ist bei den englischenApparaten dem Kessel zugeneigt, während derselbe bei den PariserApparaten etwas abwärts gebogen ist. Bei der englischen Einrichtungwird durch das Zurückfliessen weniger schwache Säure, dagegen einegeringere Menge von stark concentrirter Schwefelsäure im Vergleichmit den Leistungen der französischen Apparate gewonnen werden.
Die Urtheile verschiedener Fabrikanten über die Apparatebeider Firmen lauten im Ganzen gleich günstig. Die englischenSchwefelsäurefabriken beziehen der Bequemlichkeit wegen die Platin-kessel meist aus London, während viele Fabrikanten des Continentsmit Desmoutis, Quenessen & Co. in Verbindung bleiben, schon umim Falle von Reparaturen möglichst rasch den Transport der Apparatebesorgen zu können.
Die beiden Platinkessel, welche in Wien ausgestellt waren, hatteneinen Pleber neuer Construction, dessen im Kessel befindlicher Schenkelan einer mit den Feuerzügen in gleicher Höhe liegenden Stelle eineseitliche Oeffnung hat. Mit dieser Vorrichtung kann die Säure imApparate nicht unter das Niveau herabsinken, welches mit der Ober-kante der Feuerzüge in gleicher Höhe liegt. Es bleibt also das Platin-blech stets von Flüssigkeit bedeckt, während bei der älteren Anordnungdadurch) dass der Arbeiter den Stand der Säure nicht beobachtet, derHeber den Inhalt des Kessels soweit entleeren konnte, dass die Feuer-gase das trockne Blech erhitzen und schadhaft machen konnten.
DieVoi’ricktung am Platinapparate von Desmoutis, Quenessen& Co. ist von dem Verfasser 1 ) angegeben worden.
Um die Entleerung des Apparates unter das gewünschte Niveauzu verhindern, steht die seitliche Oeffnung im Heber mit einem vonoben eintauchenden Luftröhrchen in Verbindung. Auf die Weise wirdbewirkt, dass der Heber immer von der tiefsten Stelle des ApparatesSchwefelsäure abzieht, während eine einfache seitliche Oeffnung imHeberrohr ohne aufwärts mündenden Rohransatz während des regel-mässigen Betriebes an dieser Stelle ein Einfliessen von Schwefelsäurein den Heber zur Folge haben würde. Um während des Kochens im
*) R. Hasenclever, Ber. ehern. Ges. VI, 502.