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Gruppe III. Chemische Industrie.
in Bagnoli bei Neapel ausgeführt wurden, hätten sich der Ausführungim Grossen unübersteigliehe Hindernisse in den Weg gestellt.
Noch muss hier der Versuche gedacht werden, den Schwefel durchgespannten Wasserdampf aus den Erzen auszuschmelzen. Dahin zielendeVorschläge sind schon vor vielen Jahren von Joseph Gill gemachtworden, allein erst im Jahre 1868 hat Thomas in Palermo Versucheim Grossen angestellt, diesen Process, welcher mittlerweile von einerGesellschaft (Societä privilegiata per la fusione dello solfo in Italia)patentirt worden war, für die Schwefelindustrie zu verwerthen *). DasVerfahren bedingt die Anwendung gewöhnlichen Brennmaterials. AlsUeberträger der Wärme dient Wasserdampf von einer Spannung,welche der Schmelztemperatur des Schwefels entspricht. Theoretischsollte für diesen Zweck ein Dampf von 2 Atmosphären Spannung ge-nügen; in der Praxis zeigt es sich aber, dass man einer Spannung von3 bis 3'5 Atmosphären bedarf; eine stärkere Spannung würde dieQualität des zu erzielenden Schwefels beeinträchtigen.
Mit Hilfe dieses Systems lassen sich indessen täglich nicht mehrals sechs bis sieben Schmelzungen ausführen, vorausgesetzt, dass manjedes Mal zwei Tonnen in Behandlung nimmt. In einer wohlgelungenenOperation sollten nicht mehr als 5 p.C. des in dem Erze enthaltenen Schwe-fels Zurückbleiben, so dass man also aus einem Mineral von 22 p. C. Schwe-fel durch Ausschmelzen mit Wasserdampf 21 p. C. Schwefel gewinnensollte, während die Arbeit im Calcarone nur 15 p.C. liefert, durchweicheMehrausbeute die Arbeitskosten nahezu gedeckt würden. Allein mandarf nicht vergessen, dass Sicilien kein Brennmaterial besitzt, dass60 Lire kein ungewöhnlicher Preis für die Tonne eingeführter Kohleist und dass auch die Metallapparate, in welchen der Process ausgeführtwird, ziemlich kostspielig sind, der Transportkosten für die von aussenbeschafften Maschinen nicht zu gedenken. Im Augenblick muss esunentschieden bleiben, ob die Methode der Dampfschmelze Aussichthat, das alte Verfahren zu verdrängen. Für die Behandlung sehr armerErze scheint sich schon jetzt für erstere ein Vortheil herauszustellen.Die Gesellschaft betreibt die Dampfschmelze auf eigene Rechnung in derWeise, dass sie sich durch eine Quote des erzielten Rohproductes be-zahlt macht, während der Rest dem Eigenthümer der Solfare verbleibt.Diese Quote wechselt je nach der Natur des verarbeiteten Minerals; inder Solfare della Croce betrug sie 32 p.C., in Madore, Montedoro undSommatino nur 29 p. C.
Uebrigens darf nicht unerwähnt bleiben, dass eben wegen derVerschiedenheit des zu bearbeitenden Materials die Erfolge in verschie-
Vergl. auch in einem späteren Theile dieses Berichtes den Aufsatzüber Verwerthung der Sodarückstände (Regeneration des Schwefels).