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Gruppe III. Chemische Industrie.
den Raum nur periodisch zu betreten. Ueberdies sind besondere Vor-richtungen vorhanden, welche ihm gestatten, das Brom sowohl aus denWoulff’sehen Flaschen in die Retorten als auch aus den Vorlagen indie zur Versendung bestimmten Gefässe überzugiessen, ohne dass ervon den Bromdämpfen, welche sich bei diesen Operationen reichlich ent-wickeln, getroffen wird. Das Umgiessen geschieht in Holzkästen, durchwelche der grosse Fabrikschorn stein einen heftigen Luftstrom hindurch-saugt. Die Arbeiter erlangen aber bald in diesen Manipulationen einesolche Gewandtheit und Sicherheit, dass sie sich damit begnügen, dieRespirationsorgane mit einem feuchten Tuche zu verbinden und ver-schmähen es oft der ihnen gebotenen Ventilationsvorrichtungen sich zubedienen.
Das Brom wird in Stassfurt in starken Glasflaschen von 2'5 Kgversendet. Die gut eingeriebeneh Stöpsel werden mit Schellack ver-gossen , dann mit Thonkitt lutirt und mit Pergamentpapier verbunden.4 oder 12 solcher Flaschen werden in einer Kiste verpackt. A. W. H.]
Jod.
Die schnelle Verbreitung, welche die mit Hilfe der Kohlenwasser-stoffjodide dargestellten prachtvollen violetten, blauen und grünenTheerfarbstoffe gefunden haben, ist Veranlassung gewesen, dass derBedarf an Jod sich in den letzten Jahren um ein Bedeutendes gesteigerthat. Mit diesem Wachsthum des Consums konnte die Production vonJod aus nahe liegenden Ursachen nicht gleichen Schritt halten, wasnothwendigerweise eine bedeutende Steigerung des Handelswerthesdieses in der Natur verhältnissmässig in nur geringer Menge auftre-tenden Körpers zur Folge hatte. Seine Kostbarkeit wurde noch dadurchvermehrt, dass die Hauptquellen für seine Gewinnung, die TangaschenEnglands und Frankreichs (Kelp, Varec), für die Prodncenten bedeutendan Rentabilität verloren haben. Denn während früher diese Tangascheneinen bedeutenden Theil des Bedarfs an Kalisalzen zu decken hatten,ist seit der Ausbeutung der bekannten Stassfurter Abraumsalze dieGewinnung der Kaliumverbindungen aus Seetangaschen so weniglohnend geworden, dass der dadurch bewirkte Ausfall in der Rentabi-lität der Kelpindustrie auf das so sehr begehrte Jod geschlagen werdenmusste 1 ). Die Hoffnung, den durch die erwähnten Ursachen erhöhten
J ) Einem Briefe von Hrn. Bdw. Stanford in Glasgow an Hrn.Prof. A. W. Hofmann zufolge kostete 1863 die Tonne Chlorkalium 21 £13 s., in den 10 folgenden Jahren im Durchschnitt 15 £. 15 s.; jetztkostet die Tonne 7 £. 10 s. Diesem Sinken im Preise entspricht einePreissteigerung beim Jod: 1863 kostete die Unze 4 J / 4 d., im Durchschnittder folgenden 10 Jahre 7 d., jetzt dagegen ist der Preis für die Unze 1 s. 3 d.