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Gruppe III. Chemische Industrie.
0'3 bis 0'5 p. C. Brom als Brommagnesium. Sie wird in einem Sand-steinapparat ähnlich denen, welche für die Chlorbereitung Anwendungfinden, mit der entsprechenden Menge Braunstein und Chlorwasserstoff-säure durch Einleiten eines Dampfstromes erhitzt. Die sich etwa eineViertelstunde nach Beginn des Dampfeinleitens entwickelnden rothenDämpfe werden in einem mit Wasser gekühlten bleiernen Schlangenrohrcondensirt und in vorgeschlagenen Woulff'sehen Flaschen als flüssigesBrom aufgefangen. Zur weiteren Reinigung wird das rohe Brom ausGlasretorten destillirt. Ein Sandsteinapparat kann innerhalb 24 Stun-den sechs Mal beschickt werden. — Um das gewonnene Brom frei vonChlor zu haben, schüttelt man es mit einer Lösung von Bromkalium,aus welchem eine dem vorhandenen Chlor äquivalente Menge Brom inFreiheit gesetzt wird, während Chlorkalium entsteht. (Falieres.)
Da Kühlröhren von Blei durch flüssiges Brom sehr rasch zerstörtwerden, wenngleich Bromdämpfe darauf nur wenig ein wirken, so wen-det Frank x ) Kühlröhren aus Thon an. Um eine Scheidung des Bromsvon dem gleichzeitig auftretenden Chlorbrom zu erzielen, vermeidet ereine zu vollständige Abkühlung und leitet die flüchtigeren Producte,in welchen das Chlor enthalten ist, in ein mit Eisendrehspähnen oderKalilauge beschicktes Gefäss. Das in der ersten Vorlage erhalteneRohbrom wird dann zur vollständigen Reinigung durch fractionirteDestillation von noch beigemengtem Chlor und schwer flüchtigen orga-nischen Bromiden, welche fast immer vorhanden sind, befreit.
Noch sind einige Methoden für die Darstellung der Bromide, derAlkali- und Erdalkalimetalle zu registriren. So rathen Henner undv. Hohenhausen 2 ), behufs Darstellung von Bromcalcium, Brombarium,Bromstrontium die in Wasser vertheilten Hydrate mit Brom zu zer-setzen, bis zum Entstehen von Krystallen einzudampfen und die Laugemit Alkohol zu versetzen, wodurch der letzte Antheil bromsauren Salzesausgefällt wird. Aus der Lauge gewinnt man das betreffende Bromid,und noch mehr durch Erhitzen des gebildeten Bromates mit Kohle.
C. Wendler 3 ) schlägt vor, die Bromide der Erdalkalimetalle nachder erprobten Methode der Darstellung der betreffenden Jodide vonRud. Wagner durch Einwirkung von Brom auf die schwefligsaurenSalze zu bereiten.
Boedeker stellt nach A. Faust 4 ) die Bromsalze folgender maassendar: Bromschwefel wird aus 20 Thln. Schwefelblumen und 240 Thln.
Brom bereitet und allmälig in eine aus 140 Thln. Aetzkalk gebildeteKalkmilch oder eine entsprechende Barytlösung gegossen. Der Brom-schwefel zersetzt sich hier mit dem Erdalkalihydrat in Brommetall und
p Privatmittheilung. 2 ) Henner u. v. Hohenhausen, Dingl. pol. J.CLXXHI, 360; Wagn. Jahresber. 1864, 221. 3 ) 0. Wendler, Wagn.
Jahresber. 1863, 291. 4 ) A.Faust, Archiv d. Pharm. CLXXXI, 216; Wagn.
Jahresber. 1867, 196.