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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Aufbewahrung des Eises.

Zur Vervollständigung unseres Berichtes über die Principien derkünstlichen Kälteerzeugung und die bis jetzt ausgeführten Appa-rate erübrigt es noch einige Worte anzuschliessen über die Vorkeh-rungen, die Kälte in der concentrirten Form des Eises zu conserviren.Es ist dies eine Frage von allergrösster praktischer Bedeutung. DieEismaschinen, so sehr sie eventuell noch vervollkommnet werdenmögen, um ihren Nutzeffect zu erhöhen, werden in den nördlichenTheilen unseres gemässigten Klimas, die sich in der Regel eines massigkalten Winters mit Frost erfreuen, voraussichtlich doch nie eine hin-reichende Verbreitung erlangen können, um den Verbrauch auch nur an-nähernd zu decken; sie werden immer nur als sehr schätzenswertheErsatzmittel dienen, um sich von den Launen der Jahreszeit ganz un-abhängig zu machen. Selbst in südlichen Gegenden, wo die Eis-maschine das einzige Mittel sein würde, um Eis zu erhalten, müsste die-selbe auf Vorrath arbeiten und Lagerhäuser haben, da der Consum mitder Production nicht Hand in Hand geht, sondern von der Witterungabhängt. Von den Quantitäten Eis, welche manche Gewerbe zu ihremBetriebe erheischen, welche das Hauswesen consumirt an solchen Orten,wo die Verwendung desselben bereits zum Bedürfniss ausgebildet ist,hat man im Allgemeinen kaum einen Begriff. Im Jahre 1866 betrugdie Menge des in New-York und der Umgebung der Stadt verbrauchtenEises 250 000 Tonnen (254 015 metr.Tonnen; 5 Ctr.auf den Kopf); einge-lagertwaren jedoch 543 000 Tonnen (551721 metr.Tonnen); das in demGeschäfte thätige Capital betrug 2160000 Dollars. Der Detailpreis war für5 bis 12 Kg 4 Pfennige pr. Kg, für 1 bis 10 Ctr. nur 2 Pfennige, oder1 Mark pr. Ctr. In Berlin hatte im Jahre 1871 eine Gesellschaft, dieNorddeutschen Eiswerke, 600 000 Ctr. Eis eingelagert, dasselbe wirdin Wagen den Abonnenten zugefahren zu 77 Pfennigen per Centner.Welche Mengen von Eis in der Bierbrauerei consumirt werden, davongeben nachfolgende Daten Kenntniss, welche dem Verfasser im Jahre1869 auf eine Anfrage von_ der Dreherschen Brauerei in Klein-Schwechat bei Wien mitgetheilt wurden. Die Fabrik braute vom1. Januar 1867 bis 1. Januar 1868: 483 150 Wiener Eimer (273463 III)Bier und lagerte ein 515 600 Ctr. (28 874 219 Kg) Eis; im darauf fol-genden Jahr steigerten sich diese Zahlen auf 492 499 Eimer (278 754III)Bier und 563 058 Ctr. (31 531 924 Kg) Eis. Im Allgemeinen wird also1 Ctr. Eis pr. Eimer (56'6 1) verbraucht. Bei einer lang anhaltenden Kältevon zwei Monaten kann dieses Quantum mit einem Aufwand von 7 Kr. öst.(14 Pf.) pr. Ctr. zugeführt werden, bei kurzer Dauer der Kälte steigt der-selbe auf 10 bis 12 Kr., wozu noch 1 Kr. für das Einwerfen in die