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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
maschine mit besonderem Compressions- und Expansionscylinder. Die-selbe unterscheidet sieb von der Win dbausen’seben Maschine darin,dass sie mittelst einer kleinen Pumpe Wasser in den Compressions-cylinder einspritzt, und dass die Luft im Kühler (Condensator) überoffenes Wasser streicht. Diese Anordnung ist ohne Zweifel vortheil-haft. Die Arbeit zum Comprimiren wird sehr vermindert, wenn dieTemperatur der Luft niedrig gehalten wird. Das Wasser kann an sichin der Luft nicht schädlich wirken, da die comprimirte gekühlte Luftja ohnedies mit Wasser gesättigt ist. Es lässt sich sonach erwarten,dass die Zusammendrückung der Luft mit geringerem Aufwand und ihrevollständige Abkühlung mit' einem kleineren Condensator gelingt.Weiteres über diese Maschine hat man bis jetzt.nicht vernommen.Die neueren Windhausen’schen Maschinen sind übrigens auch mitEinspritzung versehen.
Die Luftmaschinen scheinen nach den seitherigen Erfahrungensich mehr für die unmittelbare Verwendung der kalten Luft, als fürConcentrirung und Aufspeicherung von Kälte in der Form von Eiszu eignen; hierin stehen sie an Leistungsfähigkeit den Ammoniak-maschinen zu sehr nach. Namentlich dürften sie den Bierbrauereien zurAbkühlung der Keller nützliche Dienste leisten. Motoren finden sichin den grösseren derartigen Etablissements immer vor, und lassen sichdie Luftpumpen leicht damit in Verbindung bringen. Das Einblasenkalter Luft in die Keller bringt ausserdem noch den besonderen Nutzen,dass die Keller durch die während der Comprimirung und Ausdehnungihrer Feuchtigkeit grossentheils beraubte Luft sehr trocken gehaltenwerden und keinen Schimmel ansetzen können. Die Kühlung mit Eishält die Keller immer mit Feuchtigkeit gesättigt und die Luft stagni-rend. Die ganze Arbeit kann in den Brauereien auch mit einem ver-hältnissmässig geringen Aufwand ausgeführt werden, da man daselbstviel Wärme, namentlich heisses Wasser bedarf, und sowohl der abgehendeDampf wie das durch Kühlung der comprimirten Luft erhaltene warmeWasser nützlich verwendet werden kann. Eine von Nehrlich & Co.in die ITildebrand’sche Brauerei in Pfungstadt bei Darmstadt gelie-ferte Luftmaschine hat seit einem Jahre sehr befriedigende Resultategegeben. — Weiterhin scheint für Ventilationszwecke, um mit derKühlung zugleich Lufterneuerung zu verbinden, z B. in Spitälern,in Versammlungsräumen, auf Dampfschiffen, das Princip der Luft-maschine besonders geeignet; natürlich würde man sich hier mit ge-ringer Expansion und geringem Kältegrad begnügen, und würden dem-gemäss die Betriebskosten verhältnissmässig gering erscheinen. Wirdürfen der weiteren Entwickelung dieses Gegenstandes mit Spannungentgegensehen.
Wir haben noch einer grösseren theoretischen Untersuchung Er-