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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

werden solche Maschinen von Eigel & Lesemeister in Köln angefer-tigt. Die Nutzleistung einer Maschine der beschriebenen Art darf, unterder Voraussetzung, dass die verwendete Schwefelsäure durch Concentrirungimmer wieder von Neuem verwendbar gemacht wird, als eine sehr hoheaufgefasst werden. Aus einer allerdings nur approximativen Berechnungscheint hervorzugehen, dass auf j e 1 IvgKohlenverbrauch zur Concentrirungder Säure 17 Kg Eis hergestellt werden können. Würde bei continuir-lichem Gang der Apparate die ablaufende concentrirte Säure ihre Wärmemit der frisch zuzuführenden verdünnten vollständig austauschen, sokönnte der Effect noch mn ein Drittel gesteigert werden. Diese Leistungübertrifft die der Ammoniakmaschine ganz erheblich. Die Fabrikationdes Eises auf diesem Wege würde somit gewiss Vortheile besitzen, wennman dem Apparat eine andere Disposition geben könnte, denn in seinergegenwärtigen Form ist er für Stückeis ungeeignet. Vielleicht liesse sichstatt reinen Wassers eine Salzlösung zur Verdunstung bringen, diesewürde sich weit unter Null abkühlen und man könnte dann in diesewie bei den anderen Maschinen Gfefässe mit Wasser einsenken und dasletztere dann indirect zum Gefrieren bringen. Die Luftpumpe brauchteüberhaupt nur einmal in Thätigkeit gesetzt zu werden, um den ganzeninneren Raum von Luft zu entleeren, ein Oeffnen wäre nicht nöthig,da die Schwefelsäure durch Pumpen zu- und abgeführt werden kann.

III. Kälte durch Expansion.

Wird ein Gas zusammengedrückt, so setzt sich die aufgewendetemechanische Arbeit in dessen Masse in Wärme um und erhöht dieTemperatur. Werden gleiche Volume verschiedener Gase von gleichemAnfangsdruck um einen gleichen Raumtheil comprimirt, so erhöht dasGas von geringer Volumwärme seine Temperatur mehr als das vongrosser Volumwärme und zwar in potenzirter Weise, da erstens seineTheile bei gleicher Wärmeaufnahme schon eine höhere Temperatur anneh-men und da zweitens das wärmere Gas grössere Spannung besitzt, derZusammendrückung somit grösseren Widerstand entgegensetzt, weshalbmehr Wärme entwickelt wird. Von gleicher Anfangstemperatur undPressung ausgehend um gleichen Raumtheil comprimirt, erlangen ver-schiedene Gase nicht nur ungleiche Temperatur, sondern auch ungleichenDruck. In welcher Weise die atmosphärische Luft von mittlerem Druck ihreTemperatur steigert, wenn sie bei einer Anfangstemperatur von 20°C.comprimirt wird, ergiebt sich aus der folgenden Zusammenstellung:Druck in Atmosphären: 12 3 4

Temperatur: 20 85 130 163.

Lässt man ein comprimirtes heisses Gas sich wieder ausdehnen undzwar unter stets vollem Druck, so setzt sich die Wärme in äussere Arbeitum, es findet Abkühlung in demselben Maasse statt wie bei der Zusam-