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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
Mittheilung von Carre : ) selbst an die Pariser Akademie im December1860. Das englische Patent Carre’s ist datirt vom 15. October 1860.Nicht lange darauf, im Januar 1861 2 ), machten die Herren Tellier,Budin & Hausmann sen. Prioritätsrechte auf die Erfindung geltend,die sie schon im Juli 1860 patentirt erhalten hätten 8 ). Für kleine Appa-rate empfehlen dieselben zugleich schweflige Säure statt Ammoniaks,da dieselbe, wenn auch weniger in Wasser löslich, doch eines um dieHälfte geringeren Dnickes bedürfe, wie das Ammoniak. Die Gerichtescheinen jedoch die Prioritätsfrage nicht zu Gunsten dieser Herrenentschieden zu haben, da sich ihr Name an die weitere Entwickelungder Maschine nicht mehr anknüpft. Es wird nur noch einmal im Jahre1862 erwähnt 4 ), dass Tellier einen Bericht vorlegte, in welchem erAethylamin und Methylamin statt des Ammoniaks in der grossenMaschine anzuwenden empfahl. Der Dampf des letzteren werde vomWasser in doppelt so grosser Menge als Ammoniak aufgenommen und be-sitze sehr geringe Spannung, so dass der innere Druck in dem Apparateine Atmosphäre kaum übersteige. Man hat jedoch bis jetzt nichtdavon gehört, dass Maschinen für die Benutzung dieser Stoffe inGebrauch gekommen seien. Da Tellier neuerdings, wie oben bereitserwähnt, eine Luftpumpenmaschine für Methyläther gebaut hat, sodürften sich wohl der Verwendung dieser Amine besondere Schwierig-keiten entgegengestellt haben. — Eine ausführliche Beschreibung derC a r r e ’ sehen continuirlichen Maschine mit Abbildungen ist von P o u i 11 e tveröffentlicht worden 5 ). Eine Beschreibung des kleinen intermittirendenApparates mit Abbildung findet sich bei uns zuerst in dem Württemb.Gewerbeblatt 1861, Nro. 40 und ist von da in andere Blätter über-gegangen 6 * ). Im Jahre 1868 bearbeitete der Verfasser für die Bad.Gewerbez. einen grösseren Artikel über Eismaschinen auf Grund eigenerExperimente mit den bis dahin bekannten kleinen Apparaten, daselbstfindet sich auch ausführlich der kleine Carre’sehe Apparat beschriebenund durch Zeichnungen erläutert; die grössere der beiden Formenzu 2 Kg ergab mit 8 / 4 Kg Holzkohlen (Zeit des Anheizens 1 Stunde20 Minuten und des Gefrierens 2 Stunden) das Quantum von 2 3 / s KgEis. So sinnreich und wirksam dieser Apparat auch ist, so konnte erdoch nicht als Haushaltungsapparat empfohlen werden, seine Bedienungerfordert zu viel technisches Geschick. Im Jahrgang 1869 der Bad.Gewerbez. folgte dann eine Abhandlung über die Maschinen für technischenBetrieb; daselbst ist auch der grosse Carre’sche Apparat beschriebenund durch eine schematische Zeichnung erläutert. Es konnte daselbst
4 ) Carre, Compt. rend. LI, 1023. 2 ) Tellier, Budin u. Haus-
mann, Compt. rend. LII, 142. s ) Dingl. pol. J. CLX, 23 u. 120. 4 ) Tellier,
Compt. rend. LIV, 1188; Dingl. pol. J. CLXV, 450. 5 ) Bouillet,
Bull. Soc. d’Encourag. 1863, 32 ; Dingl. pol. J. CLXVIII, 171. 6 ) Dingl. pol.
J. CLXIII, 182.