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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
fraglichen Maschine verbunden, die übrigens wiederholt als nach Harri-son’s Princip bezeichnet wird. Die Siebe’sche Maschine erschien aufder Londoner Ausstellung 1862. Schmidt*) gab eine Beschreibung mitZeichnung der zur Ausstellung gebrachten Siebe’schen Maschine, wobeibemerkt wird, dass eine in Siebe’s Eigenbesitz befindliche Maschinein 24 Stunden mit einem Motor von 24 Pferdekräften 5 Tonnen Eis fer-tige; dies wären günstigsten Falls 4 Kg Eis auf 1 Kg Kohle. Der Verdun-stungsbehälter bei dieser Maschine ist übrigens wieder ein Kessel mithorizontalen Böhren. Es wird angegeben 2 ), dass die Kosten für Fabrikationdes Eises lYa Rmk. pr. Centner betrügen. — Eine weitere Nachricht überdie Siebe’sche Maschine brachte 1868 das englische Journal Engi-neering 3 ) (Nr. 483). Hiernach befand sich eine solche in der Truman’-schen Brauerei in London, mit einer Leistung von 6 Tonnen Eis in 24 Stun-den, wofür eine Hochdruckmaschine von 15 Pferdekräften erforderlich war.Mit 1 Ctr. Kohlen wurden' 4 1 / 2 Ctr. Eis gefertigt. Die Kochsalzlösung sollhier eine Temperatur zwischen —8 und — 12° haben. Endlicherschiennoch im Jahre 1870 eine letzte Nachricht über die Siebe’sche Maschine 4 ).Es wird hier eines neuen, sehr compacten kleinen Apparates Erwähnunggethan, der mittelst einer 5 bis 6 Pfund Kohlen stündlich consumirendenlpferdigen Dampfmaschine 12'5 bis 15 Kg Eis stündlich fertige, d. h.also für 1 Kg Kohlen 5 Kg Eis. — Aus anderen Ländern und vonanderen Constructeuren ist über die Aether-Eismaschine nichts bekanntgeworden. In Deutschland ist dieselbe unseres Wissens nicht in Ge-brauch gekommen. Auf der Wiener Weltausstellung war dieselbeübrigens in einem Exemplar (von Siebe & Gor man in London)vertreten.
Der Aether ist eine Flüssigkeit, welche unter gewöhnlichem Luft-druck bei 35°C. siedet; unter anderen Umständen stehen Druck undTemperatur in folgender Beziehung:
Temperatur: — 20 .0 + 20 40 60 90 120» C.
Druck: 0'09 0’24 0’6 1'2 2’3 5 10 Atm.
Bei einer Verdampfung tief unter dem Gefrierpunkt des Wassersist die Spannung der Dämpfe sehr gering, vielleicht nur Y™ Atm., unddrückt deshalb die äussere Luft dauernd sehr stark auf das Verdunstungs-gefäss, sowie beim Ansaugen des Dampfes auf die Luftpumpe; die Ver-bindungen und Dichtungen müssen daher mit grosser Sorgfalt hergestelltwerden, damit keine Spur von Luft eindringe, welche sofort den schäd-lichsten Einfluss auf die Arbeit der Maschine, resp. auf die Schnelligkeit derVerdampfung ausüben würde. Bei der Compi’imirung des Dampfes steigtdessen Druck auf mehrere Atmosphären; auch findet eine Temperatur-
i) Schmidt, Dingl. pol. J. CLXVIII, 434. 2 ) Dingl. pol. J. CLXYII,
397. 3 ) Dingl. pol. J. OXCI, 189. 4 ) Prakt. Mech. J. 1870, 251.