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Künstliche Erzeugung von Kälte und Eis.
befriedigender "Weise erreicht man den Zweck einer raschen Entfer-nung der im leeren Raume von einer verdunstenden Flüssigkeit auf-steigenden Dämpfe durch die Absorption derselben, wie beispiels-weise derjenigen der Wasserdämpfe durch concentrirte Schwefelsäure.
Für den Process der Kältebildung durch Verdunstung bieten sichvorzugsweise solche Flüssigkeiten, die technisch erst hergestellt werdenmüssen und einen erheblichen Werth besitzen. Es handelt sich daherbei der Eisfabrikation im Grossen ganz wesentlich um Zurückführungder entfernten Dämpfe in ihren ursprünglichen Zustand, d. h. in wiederverdampfbare Flüssigkeit, so dass der gegebene Stoff stets von Neuemverwendbar ist und sich nur in einem Kreisläufe befindet. Diese Zurück-fiibrung kann nach zwei in Form und Wirkung bedeutend verschie-denen Verfahrungsweisen erfolgen, als deren gegenwärtig noch fasteinzige Repräsentanten die Aethermaschine und die Ammoniakmaschineangesehen werden können.
Die Aethermaschine. Dieselbe ist folgendermaassen einge-richtet. Eine durch einen besonderen Motor (in der Regel Dampfmaschine)betriebene doppeltwirkende Luftpumpe zieht unausgesetzt Aetherdampfaus einem mit flüssigem Aether gefüllten Gefäss (Verdunstungsbehälter,Eisbildner); beim Rücklauf des Kolbens wird der Dampf comprimirtund dann in ein durch Wasser gekühltes Schlangenrohr getrieben; imVerhältnis als der durch die Verdichtung heiss gewordene Dampf sichhier abkühlt, condensirt er sich zu Flüssigkeit, welche in einem Gefässsich sammelt und von hier unter dem Druck des verdichteten Dampfesin den Verdunstungsbehälter zurückgepresst wird, woselbst sich dasSpiel erneuert.
Das Princip der Aethermaschine wurde in England bereits imJahre 1834 von Jac. Perkins 1 ) zu London patentirt. Sein Apparatenthält alle für eine continuirliche Functionirung erforderlichen Organe:Verdunstungsbehälter, Luftpumpe und Schlangenrohrcondensator. DerVerdunstungsbehälter besteht nach der Zeichnung aus einem kesselartigen,aus zwei Kugelabschnitten gebildeten Gefäss, das rings von Wasserumgeben ist. Diese Anordnung ist eine etwas unzweckmässige, unddarin mag der Grund liegen, dass man über die Entwickelung desApparates nichts weiter vernommen hat, vielleicht war aber auch die Zeitdamals noch nicht reif zur Verwerthung der Sache, resp. die Nachfragenach Eis noch nicht gross genug, um die künstliche Erzeugung desselben
Die historischen Nachweise über die ersten Versuche zur Herstellungvon Eismaschinen, soweit in die technische Literatur darüber nichts einge-gangen ist, wurden dem Verfasser durch entgegenkommende Mittheilung dergedruckten englischen Patentbeschreibungen Seitens des Patent office inLondon möglich gemacht, wofür an dieser Stelle öffentlich Dank ausge-sprochen wird.
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