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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Ueber Trinkwasser.

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und wenn man weiter annimmt, die Oxydation sei während 168Stunden mit dem Maximum der beobachteten Geschwindigkeit erfolgt,so würden doch nach Verlauf dieser Zeit nicht mehr als 62'3 p.C.des Sielwassers oxydirt worden sein. Es ist daher klar, dass mit dem20fachen Volum Wasser gemischtes Sielwasser, weit entfernt, wäh-rend eines Laufes von 10 bis 12 Meilen oxydirt zu werden, selbst nach168 Meilen langem Fliessen mit der Geschwindigkeit von einer Meiledie Stunde oder nach Verlauf einer Woche kaum zwei Drittel seinerorganischen Materie verliert. Aber selbst zu diesem Ergebniss gelängtman nur durch eine Reihe von Annahmen, welche zu Gunsten derWirksamkeit dieses Oxydatiousprocesses gemacht werden. So wirdz. B. angenommen, dass 62'3 p. C. des Sielwassers vollständig oxydirtund in harmlose Mineralsubstanz verwandelt werden, während der Ver-such in der That zeigte, dass nach Verlauf einer Woche noch gar keineorganische Materie verwandelt und zerstört wurde, da der in demWasser gelöste Kohlensäuregehalt während der ganzen Versuchsperiodeein constanter blieb, während, wenn das Sielwasser wirklich in seineunorganischen Umwandlungsproducte aufgelöst worden wäre, der Ge-halt an Kohlensäure, als einem derselben, sich hätte vermehren müssen.

So führt uns denn diese Untersuchung, oh wir die organische Ver-unreinigung eines Flusses an verschiedenen Stellen seines Laufes oderdie Geschwindigkeit ins Auge fassen, mit welcher Sielwassersubstanzenoder Urin mit frischem Wasser gemischt durch heftiges Schütteln mitLuft zerstört werden, ob endlich das Maass, in welchem der gelösteSauerstoff aus 5 p.C. Sielwasser enthaltendem reinen Wasser verschwin-det, so führt uns diese Untersuchung zu der unvermeidlichenSchlussfolgerung, dass die Oxydation der organischen Materie im Siel-wasser nur äusserst langsam von Statten geht, selbst wenn letzteres eingrosses Volum reinen Wassers beigemischt enthält, und dass es geradezuunmöglich ist, den Weg zu bezeichnen, welchen solches verunreinigtesWasser zurücklegen muss, damit seine organische Materie oxydirt werde.

Während die Berührung mit der Luft allein auf die Entfernungvon organischer Materie aus dem Wasser praktisch fast ohne Einflussist, erweist sich die gleichzeitige Berührung mit Luft und porösenSubstanzen des Oefteren in hohem Grade wirksam. So bedingt Fil-tration in ihren verschiedenen Formen eine bemerkliche Verringerungim Gehalte an organischer Materie; die reinsten natürlichen Wasserverdanken in der That ihre Trefflichkeit und namentlich die verhält-nissmässige Abwesenheit organischer Materie der erschöpfenden natür-lichen Filtration, welche sie auf ihrem Niedergang von der beschmutztenErdoberfläche zu den Quellen und Tiefbrunnen erleiden. Zwischendiesem vollendeten Processe und einer Filtration durch eine wenig Fussdicke Sandschicht ist ein grosser Unterschied, gleichwohl ist selbstdiese unvollkommene Behandlung von bemerkenswert!! wohlthätigem