Druckschrift 
3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

Ueber Trinkwasser.

69

Diese Ergebnisse zeigen, dass Urin mit vielem Wasser gemischt,unter atmosphärischen Einflüssen noch beständiger und unzerstörbarerals Sielwasser ist. In einem Strome mit der Geschwindigkeit von1 Meile die Stunde fliessend, würde die dem Versuche unterworfeneMischung auf einem Wege von 264 Meilen nicht mehr als 7 p. C.ihrer organischen Bestandtheile durch Oxydation verlieren. Um Irr-thümer auszuschliessen, welche sich in den Versuch einschleichenkönnten durch die Aufnahme von organischer Materie ans der Luftwährend des lange fortgesetzten Schütteins wurde das Wasser derKent Company ohne Beimischung von Urin in genau derselbenWeise behandelt. Die Analyse zu Anfang und zu Ende des Versucheslieferte folgende Ergebnisse.

Zusammensetzung des Wassers der Kent Companyvor und n a c li 1 ltägigem Schütteln mit Luft

Organi-

scher

Kohlen-

stolf

Organi-

scher

Stickstoff

Dem Hauptrolir der Wasserleitung entnommen, 17. Fe-bruar 1874.

0-054

0-016

Nach 1 ltägigem Schütteln mit Luft.

0'056

0-017

Aus diesen Versuchen erhellt, dass eben nur Spuren von orga-nischer Materie aus der Luft aufgenommen wurden.

Die Untersuchung der Gase, welche mit organischer Materie ver-unreinigtes Wasser gelöst enthält, liefert eine weitere Bestätigungdieser Beobachtungen. Die Oxydation der organischen Materie imWasser wird vorzugsweise, wenn nicht ausschliesslich durch den in demWasser gelösten atmosphärischen Sauerstoff bewerkstelligt, da, wie be-kannt, gelöster Sauerstoff weit kräftiger wirkt als gasförmiger. Wenndaher mit organischer Materie verunreinigtes Wasser in einer sorg-fältig verschlossenen Flasche vollständig von der Luft abgeschlossenist, so wird die allmähliche Verminderung des gelösten Sauerstoffs genauden Fortschritt der Oxydation der organischen Materie bezeichnen.

Ein Versuch dieser Art wurde mit einer Mischung gemacht, welcheman durch Versetzen von Themsewasser der Grand Junction WaterCompany mit 5 p.C. Sielwasser erhalten hatte. Der organische Kohlen-stoff, der organische Stickstoff und der gelöste Sauerstoff wurden alsbald ineinem Theile der Mischung bestimmt, und der Best in eine Reihe vonFlaschen mit gut eingeriebenen Stöpseln eingeschlossen, welche bei einerTemperatur von 17° dem diffusen Tageslicht ausgesetzt wurden. Nach je