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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

vielfach zerklüftet und von Gängen und Spalten durchsetzt ist, wieder Bergkalk z. B., so unterscheidet sich das unten austretende Wassernur wenig von dem Tagewasser der Oberfläche und enthält noch dengrösseren Theil der Verunreinigungen, welche es ursprünglich aufge-nommen hatte. Allein wenn die Felsart gleichartig porös ist, wie dieKreide, der Oolith, der Grünsand oder der Sandstein, so wird die anfangsvorhandene organische Materie nachgerade oxydirt und in harmloseMineralsubstanzen verwandelt. Die wasserführenden Schichten, welchediese wünschenswerthe Umbildung in besonders hohem Grade be-wirken, und denen vorzugsweise ein perlendes, farblos-durchsichtiges,wohlschmeckendes und gesundes Wasser entquillt, sind

1) Die Kreide,

2) Der Oolith, «

3) Der Grünsand,

4) Der neue rothe und conglomeratische Sandstein.

Sämmtliche löslichen Bestandtheile und ein grosser Theil der suspendirtenMaterie, welche das Fluss- und Stromwasser enthält, werden schliesslichdem Ocean zugeführt, wo sie, da kaum irgend eine dieser Substanzen beigewöhnlicher Temperatur flüchtig ist, wenn das Wasser verdampft,Zurückbleiben. Die Analyse des Regenwassers hat dagegen nachge-wiesen, dass ein kleiner Bruchtheil dieser salinen Bestandtheile, deraber einen gewaltigen Gesammtbetrag liefert, durch die Seewindedem Lande wieder zugeführt wird. Die Welle, die sich schäumendan dem Gestade bricht, sendet in die Atmosphäre Tausende von See-wasserbläschen, welche sich, da sie im Verhältniss zu ihrer Masse grosseOberflächen bieten, lange Zeit in der Luft schwebend erhalten. Wenndie Luft feucht ist, so verschmelzen sie mit den Wolken und demNebel und fallen als Regen nieder; ist die Luft dagegen trocken, soverdampft der wässerige Antheil und es bleibt ein fester Salzrückstand,welcher begreiflich noch weit feiner zertheilt ist und deshalb noch viellänger in der Atmosphäre suspendirt bleibt als das Bläschen, welchesihn lieferte. Diese kleinen Salzpartikelchen, welche das Spectroskopin. der Atmosphäre allezeit erkennen lässt, sinken entweder allmählichauf Land und Meer herab oder werden von dem fallenden Regenniedergewaschen. Vergleicht man indessen die einerseits in den Flüssendem Meere zuströmenden mit den dem Lande wiederkehrenden Mengensaliner Materie, so leuchtet ein, dass ein grosser Ueberschuss dem Oceanverbleibt, dessen Wasser ausserordentlich viel reicher ist an Salzbestand-theilen, als das Wasser der Quellen, Bäche und Flüsse. Das Meer wasserenthält in der Regel sogar weit mehr organische Materie als das süsseWasser, selbst wenn letzteres wesentlich verunreinigt ist. Allein dieorganische Materie des verunreinigten Flusswassers ist todt und fäul-nissfähig, während gewichtige Gründe für die Annahme vorliegen, dass