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Gruppe III. Chemische Industrie.
Die vorstehenden Bemerkungen gelten ausschliesslich für Wasser,welches zum Trinken oder zum Gehrauch in der Küche bestimmt ist,Anwendungen, welchen allerdings, vom sanitären Standpunkte aus be-trachtet, eine vorwaltende Wichtigkeit beiwohnt. Allein eine grosseMenge des für Haushaltszwecke verSvertheten Wassers dient zumWaschen, während es in manchen Städten massenhaft für industrielleOperationen verwendet wird. Für alle diese Zwecke ist eine erste Be-dingung, dass das Wasser weich sei, eine Eigenschaft, welche mit denender Zuträglichkeit und des reinen Geschmacks nicht immer Hand inHand geht. Nach der Weichheit classificirt nehmen die Wasser ver-schiedenen Ursprungs folgende Rangordnung ein :
1) Regenwasser,
2) Bergland-Tagewasser,
3) Tagewasser von cultivirtem Land,
4) Verunreinigtes Flusswasser,
5) Quellwasser,
6) Tiefbrunnenwasser,
7) Flachbrunnenwasser.
Die Interessen der Wäscherin und des Fabrikanten stehen offenbardenjenigen des Hauseigenthümers gegenüber, insofern die ersteren einemminder wohlschmeckenden und selbst ungesunden Wasser den Vorzuggeben können vor solchem, welches einen guten Geschmack besitzt undzuträglich ist. Harte Wasser lassen sich aber in der grossen Mehrzahlvon Fällen auf leichte und billige Weise in weiche verwandeln, so dassdie Interessen der Industrie und der Ilauswirthschaft mit einanderversöhnt werden. In dem Clark’sehen Verfahren der Wasserent-härtung steht dem Gesundheitsbeamten einer Stadt ein Mittel zur Ver-fügung, mit Hilfe dessen er Quell- und Tiefbrunnenwasser für dieZwecke des Waschens und für industrielle Operationen verwerthbarmachen kann, ohne den Geschmack und die Zuträglichkeit derselbenzu beeinträchtigen.
Die Ergebnisse der in Rede stehenden Untersuchungen werfennicht minder ein helles Licht auf den Einfluss , welchen verschiedenegeologische Formationen auf das mit ihnen in Berührung kommendeWasser ausüben. Sie zeigen, wie zu erwarten stand, dass die Härteeines Wassers, caeteris paribus, von dem chemischen Charakter desBodens oder Gesteins abhängt, auf welche es auffällt oder durch welchees hindurchsickert. Bodenarten und Gesteine, welche dem Wasser andereals Kalium- und Natriumsalze zuführen, machen es mehr oder wenigerhart, und da die härtebringenden Salze fast immer die Verbindungendes Kalkes und der Magnesia mit Kohlensäure und Schwefelsäure sind,so folgt daraus, dass Kreide, Kalkstein, Dolomit und Selenit (Gyps)führende Gebirgsarten diejenigen sind, welchen fast ausschliesslich dasWasser seine Härte verdankt.