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Gruppe III. Chemische Industrie.
Städten stehen, und wenn man überdies Sorge trägt, es zweckmässigaufzubewahren und zu filtriren, ganz unzweifelhaft ein gutes und gesun-des Trihkwasser zu liefern im Stande ist, so begegnet man einemsolchen trinkbaren Regenwasser doch nur in höchst seltenen Fällen.Wenn man dagegen das Regenwasser yon der Oberfläche uncultivirtenBodens ableitet, in Seen oder Sammelteichen aufs23eichert und durchSand filtrirt, so erhält es alle .Eigenschaften eines für sämmtliche Zweckedes Haushalts und zumal der Fabrikation wohlgeeigneten Wassers.Zahlreiche grosse Städte Englands sowohl als Schottlands werden mitsolchem Wasser versorgt. Nichtkalkigen Schichten giebt man alsSammelgrnnd den Vorzug; alsdann ist das Wasser weich und lässt sichmit Vortheil zum Waschen und zu der Mehrzahl yon industriellenOperationen verwenden. Es ist fast immer zuträglich, ist indessen desOefteren wegen Anwesenheit grösserer Mengen gelöster Torfsubstanzvon weniger gutem Geschmack. Diesem Uebel kann indessen durchAnwendung von Sandfiltern wesentlich gesteuert werden. Das Wasser,welches Liverpool den Abhängen des Rivington Pike entnimmt, wirdauf diese Weise gereinigt. Dies ist indessen der einzige dem Verfasserbekannt gewordene Fall solcher Reinigung; in der Regel hält manderartiges Wasser für hinreichend gereinigt, wenn man es längereZeit in den Sammelteichen sich hat absetzen lassen.
Wenn schon rasches Filtriren durch eine Sandschicht von wenigenFuss Tiefe, welche einen Theil der gelösten organischen Materie zurückhält,die Beschaffenheit des Wassers wesentlich zu bessern vermag, so kannes nicht befremden, dass sich diese Verbesserung noch in weit höheremMaasse zu erkennen giebt, wenn das Wasser tiefen Brunnen oderQuellen entnommen wird, zu denen es sich erst durch das langsamenatürliche Hindurchsickern durch dicke Schichten von Gestein undErde seinen Weg bahnen musste. Unter diesen Umständen kommt diekräftig oxydirende Wirkung des porösen und durchlüfteten Bodensauf die in dem Wasser gelöste organische Materie zur vollen Geltung,kann doch selbst unter den weit minder günstigen Bedingungen zeit-weise unterbrochener künstlicher Abwärtsfiltration dem Sielwasser bei-nahe der ganze Gehalt an gelöster organischer Materie entzogen wer-den. Es ist daher begreiflich, dass Wasser, welches weit wenigerorganische Materie enthält als Sielwasser, durch die natürliche Filtration,welche es in Tiefbrunnen- oder Quellwasser verwandelt, nahezu odervollständig gereinigt wird. Andererseits hat man gefunden, dass Be-rührung mit der Luft allein, selbst wenn ihre oxydirenden Eigenschaf-ten durch heftiges Schütteln mit dem Wasser möglichst zur Geltungkommen, auf die Entfernung* verunreinigender organischer Materie aiisdem Wasser eine verhältnissmässig nur geringe Wirkung ausübt.
Wasser, welches von cultivirtem Land abfliesst, ist stets mehr oderweniger mit der organischen Materie des Düngers verunreinigt. Solches