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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Ortschaften als auch vereinzelter Häuser geführt hat, ist im Laufe derletzten zehn Jahre die allgemeine Aufmerksamkeit mit grossem Nachdruckeinem eingehenden Studium des Trinkwassers zugelenkt worden, dessenErgebnisse in den folgenden Abschnitten zusammengefasst sind:

1) Verbesserungen in der Methode der chemischen Analyse desTrinkwassers, 2) Reinheit des "Wassers, aus Quellen verschiedenen Ur-sprungs; 3) Reinigung des "Wassers.

I. Verbesserungen in der Methode der chemischenAnalyse des Trinkwassers.

Vor dem Jahre 1864 waren den Chemikern befriedigende Metho-den bekannt für die quantitative Bestimmung 1) der in dem "Wassergelösten Gase, 2) der suspendirten mineralischen sowohl als organischenSubstanzen, 3) des Gesammtgehaltes gelöster fester Bestandtheile, 4) desAmmoniaks und 5) der Härte oder seifezerstörenden Wirkung desWassers. Allein sie besassen keine zuverlässigen Verfahrungsweisenfür die Bestimmung der gelösten organischen Substanzen und des in derForm von Nitraten und Nitriten in dem Wasser vorhandenen Stickstoffs,obwohl es gerade diese Bestimmungen sind, welche vorzugsweise An-haltspunkte für die Beurtheilung def Zuträglichkeit des Wassers bieten,die erstere, insofern sie wirklich vorhandene Verunreinigung nafchweist,die letztere insofern, sie einen berechtigten Schluss auf früher stattge-fundene'Verunreinigung des Wassers mit thierischen Substanzen ge-stattet. Man hatte versucht, bezüglich der gelösten organischen Sub-stanzen experimentale Aufschlüsse zu gewinnen, 1) durch Bestimmungdes Gewichtsverlustes, welchen der beim Verdampfen einer gewissenMenge Wassers erhaltene feste Rückstand erleidet; 2) durch Bestimmungdes Volums einer gestellten Lösung von Kaliumpermanganat, welchesein gegebenes Volum Wasser entfärbt. Der Glühverlust des festenRückstandes hat sich als eine sehr unzuverlässige Anzeige erwiesen,um daraus die Menge der vorhandenen organischen Substanzen zufolgern. Er kann ausschliesslich von verbrannter organischer Materieherrühren, ja es kann selbst eine grössere Menge organischer Substan-zen vorhanden sein als der Glühverlust anzeigt, insofern ein Theil derletzteren bei der Veraschung in feuerbeständige Cyanide oder Cyanateübergeführt wird, andererseits wieder kann der Glühverlust ausschliess-lich durch Verflüchtigung von Mineralsubstanzen bei der Glüh-temperatur bedingt werden. Die Interpretation der analytischenResultate war mithin eine so unsichere, dass sie als unnütz bezeichnetwerden durfte. Darauf hat man versucht, die Menge der an demGlühverluste betheiligten organischen Substanzen durch Kalium-permanganat zu bestimmen. Eine Lösung dieses Salzes überträgt rasch