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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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W asserstofi'snperoxycl.

dass sie sich der Uebersicht entziehen, und di e wichtigsten aus ihrerZahl finden in besonderen Capiteln dieses Berichtes ihre Besprechung.

Die Elemente Sauerstoff und Wasserstoff treten jedoch bekanntlichnoch zu einer zweiten Verbindung, dem Wasserstoffsuperoxyd II 2 0 2 ,zusammen, welche in neuester Zeit in der Industrie eine gewisse Geltungzu gewinnen beginnt.

W asserstoffsuperox yd.

Im Jahre 1818 liess Thenard Säuren auf Bariumsuperoxyd ein-wirken und erhielt Lösungen, die ausserordentlich reich an Sauerstoffwaren und die denselben mit auffallender Leichtigkeit abgaben. Er sahdieselben für höhere Oxydationsstufen der Säuren an, bis er bald daraufdie wahre Natur der Substanz erkannte.

Seine Darstellungsmethode, welche auch heute noch angewandtwird, ist die folgende. Eine bekannte Menge concentrirter Chlorwasser-stoffsäure wird in einem Becherglase mit 8 bis 10 Volumen Wasserverdünnt einer Kältemischung ausgesetzt. Eine etwas geringere Mengevon Bariumsuperoxyd als nöthig ist, um die Säure zu neutralisiren,möglichst frei von anderen Oxyden, namentlich von Manganoxyd, welchedie Ausbeute verringern würden, wird dann mit Wasser zu einem feinenBrei zerrieben und allmählich der Säure zugesetzt, in welcher es sichohne Auf brausen lösen muss. Darauf fügt man mit Vorsicht verdünnteSchwefelsäure zu, um den aufgelösten Baryt als Sulphat niederzuschlagenund um Chlorwasserstoffsäure herzustellen, die so auf eine neue MengeBariumsuperoxyd reagiren kann. Nachdem die Flüssigkeit vom unlös-lichen Bariumsulfat abfiltrirt ist, setzt man wie vorhin allmählich eineneue Menge breiförmigen Bariumsuperoxyds hinzu. Derselbe Processder Präeipitation mit Schwefelsäure, der Filtration und des Zusatzesvon Superoxyd wird mehrmals wiederholt. Nach dem sechsten odersiebenten Zusatz enthält die Flüssigkeit eine hinreichende Menge vonWasserstoffsuperoxyd. Nur wo es darauf ankommt, dasselbe völlig freivon Säuren zu haben, unterwirft man es jetzt noch einer succesivenBehandlung mit Silbersulfat und Bariumhydrat. Die filtrirte Lösungwird in einer Schale im Vacuum über Schwefelsäure abgedunstet.

Pelouze fügt einen Brei von Bariumsuperoxyd zu einer Lösungvon Fluorkieselwasserstoffsäure und filtrirt vom Fluorkieselbarium dieWasserstoffsuperoxydlösung ab. Dupre x ) und Balard bedienen sicheiner Lösung von Kohlensäure in Wasser für denselben Zweck, indemsie sehr kleine Mengen fein gepulvertes Bariumsuperoxyd allmählicheintragen. ,

In neuester Zeit hat J. Thomsen die folgende Modification desb Dupre, Compt. rend. LV, 736 u. 758.