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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Wasserstoff'.

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Wasserstoffballons zugänglich zu machen. Er construirte einen Ballonvon 5000 cbm Inhalt, dessen Füllung, mit Wasserstoff aus Eisen undSchwefelsäure in Holzfässern entwickelt, sich auf ebenso viele Francsstellte. Später wurde das Gas von ihm für den 20. Theil jenes Preisesdurch Ueberleiten von Wasserdampf über glühende Kohlen dargestellt,eine Methode, deren sich übrigens bereits Coutelle 1794 bedient hatte.Der Ballon lag an einem Drahtseil von 300 m Länge und war mit kunst-reicher. Sicherheit befestigt. Eine Dampfmaschine von 50 Pferdekräftenwickelte das Drahtseil ab und holte den Ballon und seine Passagiere zurück,wenn er die erlaubte Höhe erreicht hatte. Da dieselbe gering genugwar, um die Ausdehnung des Gases keine Gefahr bringen zu lassen,war Giffard im Stande, den Ballon durch Yentile zu verschliessen,statt ihn unten offen zu lassen. So betrug der Verlust an Gas durchDiffusion täglich nur etwa 15 cbm, der in dreitägigen Intervallen leichtersetzt werden konnte.

Der nächste Antrieb, den die Luftschifffahrt erhielt, war nichtmehr festliche Freude, sondern der Ernst des Krieges, die Belage-rung von Paris. Die Academie des Sciences beauftragte ihr Mitglied,Dupuy de Lome, Versuche über die Lenkbarkeit des Ballonsanzustellen, und die Regierung lieferte die dazu erforderlichen Mittel.Dupuy gab seinem Ballon 1 ) die fischartige Form des Giffard-schen von 1852 und stattete ihn, um im Winde seine Form stabil zuerhalten, mit einem mehr oder weniger Luft enthaltenden-in seinemInnern befindlichen Nebenballon (Ballonnet) aus, der an Volum einemZehntel des Hauptballons entsprach. Durch Ventile konnte die Luft ausdem Nebenballon entweichen oder durch einen Blasebalg von der Gondelaus wieder zugeführt werden, nach einem Plan, welchen Meusnierbereits 1783 erdacht hatte, um den Ballast zu ersetzen. Eine be-sonders stabile Aufhängungsart der Gondel, sowie der für Gas undurch-dringliche Firniss (aus Gelatine und Tannin in Holzessig bestehend)zeichnete Dupuys Ballon vor seinen Vorgängern aus. Die ihn bewe-gende Schraube ward nicht durch eine Dampfmaschine, sondern durchacht Menschen in Bewegung gesetzt.

Der Ballon, 3450 cbm messend, mit aus Eisen und Schwefelsäureentwickeltem Wasserstoff gefüllt, stieg von 14 Personen bemannt am1. Februar 1872 von Vineennes aus in die Höhe. Nach zwei Stundenward er 106 Km dävon in Noyon herabgelassen. Ein Anemometer er-laubte Dupuy die erzielte selbstständige Bewegung des Ballons auf2'82 m in derSecunde festzustellen, während die des Windes 16 bis 17 mbetrug, und die Eichtling des Ballons mit der des Windes einen Winkelvon 12° machte. Die Lenkbarkeit des Ballons war also, wenn auch nurin einem sehr bescheidenen Maasse, erreicht worden, genügend für

x ) Dupuy de Lome: Note sur lAerostat. Daris, Gautier-Villars 1372.