Wasserstoff.
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Die Beleuchtung mit Wasserstoff ist glänzend, aber empfindlich( delicat). In den Strassen müssen die Laternen gut geschlossen sein.Ein Windstoss zerdrückt den glühenden Platindocht; der Staub führtSand hinzu, der Platinsilicium bildet und allmählich nimmt das Platinselbst eine schädliche krystallinische Structur an und verflüchtigt sichsogar zum Theil.
In Narbonne aber mangelte gegen Ende der Existenz der CompagnieNarbonnaisej ede Sorgfalt. Der Leiter der Gesellschaft, HerrCrouzet,war Weinhändler in Paris geworden. Jede Ueberwachung fehlte, unddie Erleuchtung war in der That zuletzt unerträglich geworden. Sokam man dazu, im Jahre 1865 Kohlengas einzuführen. Was die Heizunganlangt, so kann meiner Ansicht nach nichts an Bequemlichkeit undWohlfeilheit mit dem Wassergas concurriren. .....
Narbonne, den 15. März 1874. Prax,
Chemiker des landwirthschaftlichen Comitiums.
Auf Grundlage dieser Acten müssen die bisherigen Processe derWasserstoffbeleuchtung offenbar zu deren Ungunsten entschieden werden,wenn es sich dabei um etwas Anderes handeln soll, als um Projectionenvon Objecten und transparenten Bildern für die Zwecke des Hörsaalsoder der Bühne.
Die Wiener Ausstellung repräsentirte die Wasserstoffbeleuchtungin keiner Weise und lieferte dadurch einen weiteren negativen Beweisdavon, dass dieselbe allgemeinere Anwendungen nicht gefunden hat.
Ein seit lange bekannter Uebelstand derselben beruht auf demhohen Diffusionscoefficienten des Wasserstoffs, also in dem Entweichendesselben durch die Poren und feinen Spalten der Köhrenleitungen,ein Umstand, der um so gefährlicher wirkt, als der Wasserstoff sichnicht wie Leuchtgas sofort durch den Geruch bemerkbar macht.Die Diffusionscoefficienten der Gase stehen nach Graham’s Ver-suchen im umgekehrten Verhältniss der Quadratwurzeln ihrer Volum -gewichte.
Ist nun die Leichtigkeit ein Nachtheil für die Röhrenleitung desWasserstoffs, so haben wir schliesslich die Vortheile zu untersuchen,welche derselben Eigenschaft entspringen.
Ein lang gehegter Traum schien sich im November 1782 erfüllenzu sollen. Die Brüder Etienne und Joseph Montgolfier Hessen zuAvignon mit Hilfe erwärmter Luft den erstenBallon gen Himmelsteigen 1 ).Mit leicht verständlichem Enthusiasmus jauchzte die Bevölkerung von
J ) Die historischen Details über Luftschifffahrt sind, wo nicht andereQuellen genannt sind, der vortrefflichen Zusammenstellung Louis Figuiersin den „Merveilles de la Science“, II, 423 bis 626 entnommen. Vergl. auchMarion, Les Ballons. Paris 1867 und Fonvielle, La Science en Ballon.Paris 1869.