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3,1,1 (1875) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

kosten störend ins Gewicht. Den letzteren Umstand hat Webster 1 )gehoben, indem er dem Salpeter Zinkoxyd zusetzte. 20 Pfd. Natron-salpeter und 4 Pfd. rohes Zinkoxyd lieferten ihm 94'676 Cubikfusseines Gemenges von 59 p.C. Sauerstoff und 41 p.C. Stickstoff, währendvorwaltend Zinkoxyd und Aetznatron zurückbleibt. Die Kosten desin diesem für viele Zwecke nützlichen Gemenge enthaltenen Sauerstoffsbetragen, ohne dass die Verwerthung des festen Rückstandes in Betrachtgezogen wird 2 ) pr. cbm 2'32, bei Verwerthung des Rückstandes 0'78 Frcs.

Bei allen diesen Methoden ist eine der leitenden Ideen der modernenIndustrie nicht zum Ausdruck gekommen, nämlich die Regeneration derRückstände. Die folgenden Vorschläge sind darin glücklicher und darumtheilweise auch erfolgreicher gewesen. Den Sauerstoff der Atmosphärean einen Sauerstoffträger chemisch binden, der leicht das gebundeneGas wieder entlässt und immer wieder im Stande ist, neue Mengen vonSauerstoff aufzunehmen und abzugeben, wie es im Quecksilberoxyd dasQuecksilber thut, das ist die Aufgabe, deren Lösung in den letztenJahren gelungen ist. Schon 1829 fand Dingler d. j. 3 ), dass sowohlKupferoxyd wie die Superoxyde von Kobalt und Nickel mit überschüs-sigem Chlorkalk Sauerstoffgas entwickeln und ihn dadurch in Chlor-calcium verwandeln. Im Jahre 1845 hat dann Mitscherlich 4 ) ausge-sprochen, dass auch verschiedene andere Metalloxyde: Mangansuperoxyd,Eisenoxydhydrat, Kupferoxyd u. s. w., zu einer Chlorkalklösung gesetzt,eine reichliche Sauerstoffentwickelung verursachen. 1865 erneuteTh. Fleitmann 5 ) diese Beobachtungen in Bezug auf das frisch bereiteteKobaltsesquioxyd, von dem geringe Spuren genügen, um eine concentrirteChlorkalklösung vollständig in Chlorcalcium und Sauerstoff zu zersetzen.Er empfahl zur praktischen Verwerthung eine möglichst concentrirteund um Schäumen zu vermeiden durch Filtriren oder Absetzen geklärteChlorkalklösung mit O'l bis 05 p.C. ihres Gehaltes an Kobaltsesquioxydauf 70 bis 80° zu erwärmen. Bei Anwendung von 35procentigemChlorkalk erhielt er das 25- bis 30fache Volumen der Lösung an Sauer-stoffgas in regelmässigem Strom; und andere Beobachter, unter AnderenF. Varrentrapp 6 ), bestätigten diese Resultate und empfahlen ihreindustrielle Verwerthung. Das Kobaltsesquioxyd braucht nicht fertiggebildet zugesetzt zu werden. Irgend -ein Kobaltsalz in Lösung leistetdenselben Dienst, und das angewandte oder entstandene Sesquioxydsetzt sich leicht zu Boden und kann für neue Operationen immer wiederbenutzt werden.

Eben deshalb bietet ein Wohlfeileres Oxyd, etwa Kupferoxyd,

*) .Pepper, Chemical News 1862, 218. 2 ) Dupre, Compt. rend.

IjV , 736. 3 ) Dingl. pol. J. XXYI, 231. 4 ) Mitscherlich, Pogg.

Ann. LYIII,471. 6 ) Fleitmann, Ann. Chem. Pharm. CXXXIV, 64. 6 ) Yar-

rentrapp, Mittheilungen f. d. Gewerbeverein des Herzogthums Braunschweig18651866. 72.