Ueberoxydirte Salzsäure. io5
sehr nahe. Daher, wenn bei der Bildung des überoxy-dirtsalzsauren Kali, alles Kali zur Bildung von salzsau-rem und überoxydirtsalzsaurem Kali verwendet wird, somüssen Theile des ersteren und 25 des letzteren gebil-det werden. Chen evix fand 84 des ersteren und 16des letzteren. Hier herrscht demnach einige Dunkelheit.
Der eigentliche Hergang bei diesem Prozesse ist mei-nes Erachtens dieser: Es wird stets eine größere oderkleinere Menge wirkliches oxydirtsalzsaures Kali gebildet,welches sich in der Masse der übrigen Salze, oder inderjenigen Masse, welche Chenevix das ganze Salz(eotirs salr) nennt, vorfindet. Die oxydirte'Salzsäurefallt das Silber aus seiner Auflösung in Salpetersäure,eben so wie die gewöhnliche Salzsäure; und da diesesdas Prüfungsmittel war, dessen sich Chenevix bediente,so hat derselbe offenbar einen Antheil des oxydirtsalzsau-ren Salzes mit gewöhnlichem salzsauren Kali verwechselt.Die Menge des ersteren läßt sich sogar ausmitteln. Esverhält sich 25 : 75 — r6 : 48; mithin müssen in rooTheilen von Chenevix ganzem Salze, 16 überoxydirt-salzsaures, 48 salzsaures, und die übrigen 36 oxydirt-salzsaures Kali gewesen seyn. Die Versuche von Ho ylebestätigen diesen Schluß; denn er bemerkt, daß dieübrige salzsaure Verbindung (nachdem das überoxydirt-salzsauw Salz hinweggenommen worden) beträchtlich oxy-genisirt war, indem bei dem Zusatze von Säure, sie aufeine kräftige Art die Pflanzenfarben zerstörte. Diese Wir-kung konnte nicht durch einfache salzsqure Verbindung,auch nicht durch ein Gemisch aus ihr und der überoxy-dü'ssalzsauren hervorgebracht werden. Ileberdieß ist es