Druckschrift 
2 (1813)
Entstehung
Seite
91
Einzelbild herunterladen
 

Oxydirte Salzsäure.

91

4. Diese Säure zeigt sowohl in ihrem gasförmigenZustande, als in ihrer Verbindung mit Wasser eme auf-fallende Wirkung auf die färbenden Stoffe. Statt dieblauen vegetabilischen Farben in Roth zu verwandeln,wie dieses bei anderen Säuren der Fall ist, so entzicstsie den Körpern im allgemeinen die Farbe, und l'ßt sieweiß oder ungefärbt zurück. Der Sauerstoff verbindetsich mit dem färbenden Princip, und die zurückbleibendeSalzsäure löst die entstandene Zusammensetzung auf.Auf dieser Eigenschaft der oxydirten Salzsäure, beruhetihre Anwendung zum Bleichen.

Die brennbaren Körper brennen in dem oxydirtsalzsauren Gas rascher als in atmosphärischer Luft, unddieses Verbrennen ist mit mehreren merkwürdigen Erschei-nungen vergesellschaftet. Einige Körper entzünden sichvon selbst in diesem Gas. Alle Metalle werden vondieser gasförmigen Säure oxydirt und nachmals aufge-löst, die dadurch hervorgebrachten Verbindungen werdensalz saure Salze genannt. Mengt man brennbareGasarten, im erforderlichen Verhältnisse mit diesem sau-ren Gas, so verbrennen sie entweder unmittelbar, wiedieses mit dem schwefllichtsauren Gas, dem schwefelhal«tigen Wasserstoffgas, dem Salpetergas u. s. w. derFall ist; oder das Gemenge läßt sich durch den elektri-schen Funken entzünden, dieses ereignet sich bei demWasserstoffgas, dem kohlestoffhaltigem Wasserstoffgas u.s. w. Diese Thatsachen zeigen, daß der Sauerstoff,welcher sich mit der Salzsäure verbindet, um oxydirteSalzsäure darzustellen, derselben wieder sehr leicht entzo-