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NATURGEMALDE
es sich auf sieben Graden , während dafs man es auf derKüste von Vera-Cruz und in S. Domingo , in einer wenigsüdlichem Breite, nie unter siebzehn Graden sieht. In Neu-Spanien ist Schnee in den Strafsen der Hauptstadt Mexico,im Königreich Michoacan ist er in Valladolid selbst gefallen;obgleich beyde Städte nur zwey tausend zwey hundert vierund achtzig Meter (1174 Toisen) und tausend acht hundertsiebzig Meter (9^9 Toisen) über der Meeresfläche erhabenliegen. Zwischen dem Äquator und dem 4 ten Breitengrade' hat man dagegen unter vier tausend Metern ( 2 o 5 a Toisen)Höhe nie schneien sehen. Alle diese Verschiedenheiten be-weisen hinlänglich, dafs ein Naturgemälde der äquatornahenLänder nicht die ganze heifse Zone zugleich umfassen kann.
Mein Naturgemälde stellt einen senkrechten Durchschnittnach einer Fläche dar, die durch den Rücken der Andes-kette, von Osten gegen Westen, gerichtet ist. Man unter-scheidet in der Zeichnung gegen Westen die Küste derSüdsee, eines Oceans, welcher in dieser Gegend allerdingsden Namen des friedlichen oder stillen Meeres verdient :denn vom i2ten Grade südlicher bis zum ölen Grade nörd-licher Breite, nicht aber ausserhalb dieser Zone, wird seineOberfläche durch keine Stürme beunruhigt. Zwischen demMeeresufer und der hohen Cordillere befindet sich das merk-würdige Thal Cuntisuyu 1 (der westliche Theil des König-reichs Peru), welches sich weit von Süden gegen Nordenerstreckt, aber kaum zwanzig bis dreyfsig Seemeilen breit
1 Gleichsam das Westland in der politischen Eintlieilung der lncas- Länder.Garcilasso Comentarios reales , T. I, p . 4.7.