DER TROPENLÄNDER.
rialien zu einer Arbeit wie die meinige besitzen. Zehn Jahrelang durchstreift er mit rastlosem Eifer die Andeskette vonCochabamba, einen Arm, der die Gebirge von Potosi mit denbrasilianischen vereinigt. Nicht minder wichtige Beobach-tungen für die Pflanzen-Geographie haben wahrscheinlich dieHerren Sesse und Mocino gesammelt, welche, mit den vege-tabilischen Schätzen von Neu-Spanien beladen, so eben nachEuropa zurückgekehrt sind. Sie haben in einem Landegearbeitet, wo die Vegetation sich von den brennendheissenKüsten von Vera-Cruz und Yucatan bis zum ewigen Schneeder Vulkane, bis zum Sitlaltepetl (Pico de Orizaba) undzum Popocatepec erhebt. Leider aber hat mein Aufenthaltin Mexico und in den nordamerikanischen Freystaaten michgehindert mit allen diesen gelehrten Botanikern in Verkehrzu treten, und ihren Rath bey der Ausarbeitung dieses Natur-gemäldes zu benutzen.
Die Zeichnung, welche ich selbst in Huayaquil entwor-fen, ist in Paris von einem grofsen Künstler, Herrn Schön-berger , weiter ausgeführt worden. Um dieser Ausführungdiejenige Vollendung zu geben , welche zum Kupferstichnöthig ist, hat Herr Turpin die letzte Hand daran gelegt.Ein Bild, welches an nebenstehende Scalen profilartig ge-bunden ist, kann an sich keiner sehr malerischen Aus-führung fähig bleiben. Alles was geometrische Genauigkeiterheischt, ist dem Effekt entgegen. Die Vegetation sollteeigentlich blofs als Masse sichtbar seyn , und daher wie inmilitärischen Planen angedeutet werden. Doch habe ichgeglaubt, dals ich es mir erlauben dürfte, in der Ebene