DER TROPENLÄNDER. 3y
tation erst in einer Höhe von vier tausend sieben hundertund neunzig Metern (2,460 Toisen) auf hört. In den Gebir-gen der nördlichen Himmelsstriche erhöht im Sommer dieSchiefe der auffallenden Sonnenstrahlen und die ungleicheDauer der Tage so sehr die Temperatur des Luftkreises,dafs der Unterschied der Wärme in der Ebene und infünfzehn hundert Meter (y 5 o Toisen) Höhe oft fast ganzunbemerkbar wird : defshalb finden sich viele Pflanzen,welche am Fufse unserer Alpen wachsen , auch auf denhohen Gipfeln derselben. Die kalten Herbstnächte zerstörennicht ihre Organisation. Derselben Erniedrigung der Tempe-ratur würden diese Gewächse einige Monathe später auchin der Ebene ausgesetzt seyn. Einige Gebirgspflanzen derPyrenäen und der südspanischen Schneekette {Sierra nevadade Grenada ) wandern tief in die Thäler herab. Sie findendort eine Wärme, welche sie bisweilen auch, wenn gleichauf kürzere Zeit, in höheren Standpunkten erfahren hätten.
Unter den Wendekreisen dagegen, in einer senkrechtenHöhe von vier tausend und acht hundert Metern (a 4 oo Toi-sen) auf dem weiten Berggeländer, welches von den Pal-men- und Pisanggebüschen der meeresgleichen Ebene biszum ewigen Schnee ansteigt, folgen die verschiedenen Kli-mate, gleichsam schichtenweise über einander gelagert. Injeglicher Höhe erleidet die Luftwärme das ganze Jahr hin-durch nur unbedeutende Veränderungen. Das Gewicht derAtmosphäre, ihre elektrische Ladung, ihre Feuchtigkeit,alles ist regelmäfsigen, periodischen Veränderungen unter-worfen , deren unwandelbare Gesetze um so leichter zu