Druckschrift 
1 (1809)
Entstehung
Seite
50
Einzelbild herunterladen
 

X. A B S C H NIT T.

50

die abgesonderten Landsgemeinden der Katholiken undReformirten um Tage vorangehen.

Die sehenswürdigsten sind im Kanton Schpreitz , imreformirten und katholischen Appenzell , und in Cla-rus. Bey drey derselben kann man wenigstens zugegenseyn; denn der Zwischenraum ist lange genug, um selbstzu Fufs aus einem Kanton in den andern zur gehörigenZeit anzukommen. Gewöhnlich ist gegen Ende Aprilsund die gröfste Hälfte des Mayes sehr gutes Wetter,meistens besser , als im Juni ; daher kann man dieseGegenden , wo man noch nicht die hohen Gebirge be-steigen darf, schon mit vielem Genüsse bereisen.

Es kann bisweilen geschehen , dafs die Landsgemfeindefeines Kantons verschoben wird; deswegen ist es gut,dafs der Fremde bey seiner Ankunft in der Schweitzsich fleissig darnach erkundigt. X11 Zürich erfährt mandies immer am sichersten, weil dieser Kanton nicht blofsnäher an den 'Volkskantonen liegt, sondern überhauptdie meisten Verhältnisse mit ihnen allen hat.

Die Musterungen der Militz fangen im April an;die meisten aber sind im May , und endigen sich mitAnfang des Juni.

Die jährliche Tagsatzung wird abwechselnd in densechs vorzüglichsten Städten der Schweitz im MonatJuni gehalten. Ihre erste Sitzung ist öffentlich und wirdder Eidgenössische Grufs genannt , weil der erste Ab-

*) rugsatzung ( Tagleistung, wie es die Schweitzer nennen),ist eine jährliche Versammlung von Abgesandten aller XIXKantone, in welcher, unter dem Vorsitze des Landam-