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II. Abschnitt.
ZWEYTER ABSCHNITT.Für wen ist die Schweitz merkwürdig?
Nichts beflügelt die Phantasie so allmächtig, als dies,Denkmale des grauen Alterthums. Die Beschreibungender Ruinen von Palmyra , Theben und Rom eigreifenjeden Sinn und fesseln jeden Geist. Glücklich wird dergepriesen , welcher diese erstaunenswürdige Reste derMenschenkunst und Kraft mit eignen Augen schauenkann. Wie schwinden aber doch alle diese Werke vor-übergegangner Volker gegen die Ruinen des Erdgebäu-des ! ! Ja, das Alpengebürge ist eine unermefsliche Ruine,dessen zahllose Trümmer die ganze Schweitz , die EbnenSchwabens und des Rheins , die Flächen der Lombardeibis zum adriatischen Meer, und die Ebnen Süd-Frank-reichs vom Fufse des Jura an längs der Rhone und derIsere bedecken. Und nach den schrecklichsten Welt-stürmen ragen noch die stehenden Reste als Grundpfei-ler einer ganzen Welt in die Himmel empor ! An denFüfsen der nördlichen Kalkalpen liegt in der Nagelflue-kette der Schutt über 5000 Fufs hoch und bildet dieersten Stuften zu den erhabnen Säulen des gebrochnenTempels der Erde. Ueber die Kalkgräber zahlloserGeschlechter von Seethieren klimmt der Pfad weiter zurHöhe von 10000 Fufs ; und hier erheben sich erst diekolossalischen Granitfelsen, deren weifse Häupter einst