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Die Begründung der "Deutschen Rundschau"
Entstehung
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mal schwer und genau. ich darf das nicht ändern und ich könnte es auch nicht. Ich muß fürdie mir noch bcschiedcnen Tage frei nach außen und innen bleiben.

Wir bleiben uns — deß bin ich sicher — freundschaftlich.

Herzlichen Gruß Ihrer Frau. Ihr Berthold Auerbach.

Ich lebe hier bei Gustav von Moser wonnige Tage. Ende der Woche komme ich wiederheim und sehe Sie alsbald.

Der Eindruck dieses Briefes auf mich war doch ein anderer, als ich er-wartet. Als ich ihn erst von Weitem sah, da fürchtete ich, er werde michganz und gar entmuthigen. Das Gegentheil war der Fall. Er spornte michan, er forderte mich heraus; er gab mir ein Gefühl, als ob mit der größerenVerantwortlichkeit auch meine Kraft gewachsen sei. Mein Entschluß war ge-faßt: ich mußte den Weg, der vor mir lag, nun allein gehen; und über diesemScenenwechsel Hütte der Vorhang billig fallen sollen: ehrlich war das Aner-bieten von der einen Seite gemacht, ehrlich von der anderen abgelehnt worden —so durften wir annehmen, denn auch die Gebrüder Paetel theilten diese Auf-fassung. Aber wir konnten darum nicht vergessen, was wir der AnregungAuerbach's schuldig waren, und wenn er aus inneren Gründen, die wir ver-standen, nicht vermochte, sich als Mitherausgeber zu betheiligen, so sollte erdoch an erster Stelle als Mitarbeiter erscheinen: er sollte den Ehrenplatz habenund die „Revue" mit einer Erzählung eröffnen. So waren wir verblieben,so hatten wir uns getrennt. Aber schon waren wir, Herausgeber und Verlag,Monate lang mitten in der Arbeit, einer angestrengten, doch auch einer freudigen,schon waren die Circulare versandt, die Mitarbeiter gewonnen, die Beiträgezum Theil eingegangen, da begann das leidige Nachspiel. Auerbach war anderenSinnes geworden; er sei, schrieb mir Franz Dingelstedt als Vermittler, nun-mehr bereit, die fallen gelassenen Unterhandlungen wieder aufzunehmen, undzwar mit der Modifikation, daß er, Auerbach, als Herausgeber, ich als Redacteurzeichne. Wohl nahm in einem folgenden Schreiben Auerbach diese Bedingung,von der zuvor niemals die Rede gewesen, und die jetzt, wo das Werk so gutwie fertig dastand, geradezu kränkend war, wieder zurück; aber auch abgesehendavon schloß der rein geschäftliche Stand der Angelegenheit jeden solchen Versuchein für allemal aus. So war die Situation geklärt, und ich hätte nun Wohl desGoethe'schen Wortes mich getrösten dürfen, daß das Schicksal uns unsere Wünschegewährt, aber auf seine Weise, um uns etwas über unsere Wünsche geben zukönnen. Aber die nichts weniger als erquicklichen, völlig zwecklosen Auseinander-setzungen zogen sich noch, Zeit und Laune raubend, durch den ganzen Monat hin. —In diesen Tagen ist die herzliche Theilnahme, die Putlitz mir erwies,eine wahre Wohlthat für mich gewesen. „Wir sind eingekehrt und ausgeruhtin unserer ländlichen Zurückgezogenheit," meldete mir der Freund aus Retzin,dem alten Familiensitze der Putlitz in der Prignitz, wohin er während derKarlsruher Theaterferien sich begeben hatte. Die glücklichsten Erinnerungenfür ihn verknüpften sich mit diesem Erdensleck, der Stätte seiner Kindheit undJugend, der er nicht lange vor seinem Tode noch in seinem letzten Büchlein„Mein Heim" eine reizvolle Schilderung gewidmet hat, und an der von jeheredelste Gastfreundschaft geübt worden ist. Dorthin, zu kurzer Rast, lud Putlitz