37. SCHULBIBLIOTIIEKVON S. STEPHAN.
Ausleihverzeichnisse um 1350.
Die Hs. 2i3 der Wiener Hofbibliothek ist ein in Italien ge-
5 schriebener Priscianus des i3. Jahrh., nicht mehr im ursprünglichenEinband (24-1 x 16 cm). Der Codex kam aus der alten Universitäts-bibliothek (Univ. 48g) und trägt auf dem nicht mitgezählten Vorsetz-blatt den Besitzervermerk Gollegn ducalis Wienne. Die ältere Pro-venienz bleibt unklar. Doch steht auf der Versoseite des Vorsetz-
10 blattes, dessen Falz hinter f. 8 hervorragt, folgendes: Nota. Annodomini MCCCXLIX. Leutoldus ffuit in XXX. anno, quem intraviteodem anno in vigilia purificacionis virginis benedicte, in cuiusvigilia mit natus. Et anno incarnacionis predicto legit in generaliWienne ad sanetum Sthephanum et a ) actum legendi continuavit
15 circa in seeundo anno et circa festum corporis Christi in predictoanno XLIX. complevit biennium actus legendi in generali. Die be-zogenen Daten sind der 1. Februar und der 11. Juni 134g.
In dieser Hs. finden sich nun an zwei Stellen Ausleihverzeich-nisse, I. auf der Rectoseite des Vorsetzblattes, II. mit ganz anderem
20 Schriftzug auf dem Nachsetzblatt, das nicht zum letzten Sextern ge-hört, sondern hinzugefügt ist, allerdings schon in alter Zeit; es istetwas kleiner als die vorausgehenden Blätter. Da die Eintragungenvon I. der Raumverteilung nach auf einige lateinische Hexametermoralischen Charakters, die im 14. Jahrh. niedergeschrieben wurden,
25 Rücksicht nehmen, indem sie ihnen ausweichen, erhellt daraus, daßdie Büchernotizen später fallen, jedoch nicht lange nachher. Manhat sie in der Folgezeit wegzuradieren begonnen, es jedoch heimVersuch bewenden lassen; manches davon ist deshalb kaum mehrleserlich. Die Eintragung I. auf dem Vorsetzblatt links oben ist in
30 einem Zu g er f°lgt, ohne jede Interpunktion, mit zeilenweisen A b 'Sätzen für jede Ausleihnotiz. — Die Eintragungen II. auf dem Nach'setzblatt sind gleichfalls in etwas schwer leserlicher, zum Teil sehr
a ) hierauf act . . . (?) gestrichen.