452 Die angeblichen Nachkommen der Stuart.
Der jüngere am 4. Juni 1799 geborne Sohn war der so-genannte Charles Edward Stuart Graf von Albanh, vormalsCharles Stuart Hay Allan. Englischen Blättern zufolge hei-ratete er im Jahre 1822 Anne Beresford, verwittwete Mrs.Gardner, Nichte des ersten Marquis von Waterford, vonwelcher er vier Kinder hatte, unter denen ein Sohn CharlesEdward, vermalt mit Lady Alice Mary Hay, Tochter desGrafen von Erroll, und drei Töchter von denen eine inOstreich verheiratet, eine andere Nonne, eine dritte in Frank-reich unvermält gestorben ist. Die Töchter lebten mehre Jahremit der Mutter in Prag, wo man sie als „die Prinzessinnen"kannte; der Sohn war im östreichischen Dienste, später beiDon Carlos.
Die britische Regierung scheint an den genealogischen Phan-tasien der beiden Brüder (denn etwas anderes kann man inihren Ansprüchen nicht erkennen) keinen Anstoß genommen zuhaben. Sie haben lange in London wie in Schottland gelebt,wo sie ihre Schriften drucken ließen. Im Lesezimmer des Bri-tish Museum waren sie bekannte Besucher, die durch ihre un-gewöhnliche halbmilitärische Tracht und ihre ganze Erscheinungauffielen. Bei den alten jakobitischen Familien Schottlands,die für die Sache der Stuart geblutet hatten, waren sie will-kommene Gäste. Der eigentliche Ursprung des seltsamen An-spruchs ist wie gesagt unaufgeklärt geblieben. Wahrscheinlichhat die Ähnlichkeit mit Carl I., welche inderthat namentlich beidem jüngern auffallend gewesen sein soll, den ersten Anlaß ge-boten. Der sogenannte Graf von Albany, über den ich vielaus dem Munde von Personen vernommen die mit ihm durchseine Frau verwandt, später von Solchen die in seinen letztenJahren oft mit ihm in Berührung gekommen waren, war jeden-falls ein Mann von seiner Bildung und von literarischem Ge-schmack und Kenntnissen. Daß er jedoch in Gesellschaft in einerArt von Militärrock mit verschiedenen Decorationen erschien,darunter die Ehrenlegion die er auf dem Felde von Waterlooaus Napoleons Hand (er, der sechzehnjährige angeblich legitimeErbe von Schottland, England und Irland im Kampfe gegen