Die letzten Stuart, Vittorio Allsten und die Gräfin v. Albany. 445
allerwärts danach." Der Cardinal genas, aber die Hoffnungder Herzogin konnte umso weniger in Erfüllung gehen, da seineAngelegenheiten im Begriff standen, die ungünstigste Wendungzu nehmen. Die Briefe der Königin legen jedenfalls das regsteInteresse für die Herzogin an den Tag, deren Anliegen auchvon den in Rom befindlichen Nosäumes Xruuoo, TöchternLudwigs XV., beim Cardinal von Jork befürwortet wurde.
Von den durch die Revolutionskriege herbeigeführten Be-drängnissen des letzten Stuart, welchem die britische Regierungeine Pension aussetzte, die eine Zeitlang durch den Botschafterin Wien, Lord Minto sGilbert Elliotj ausgezahlt wurde, hatdas oben erwähnte Buch über die Gräfin von Albanh Kennt-niß gegeben, welches auch sein am 15. Juli 1802 im bischöf-lichen Palast zu Frascati aufgesetztes Testament mittheilt. Zuseinem Universal-Fiduciarerben ernannte er seinen vieljährigenFreund Monsignor Angelo Cesarini, Bischof von Milevi i. x>.und Regens des bischöflichen Seminars in gedachtem Städtchen,wo er den größten Theil des Jahres zuzubringen Pflegte. SeineVermögensumstände waren damals keineswegs glänzend; über-haupt hatten die Einkünfte der Stuart den an sie gestelltenAnforderungen nicht immer genügt, und während der schotti-schen Campagne Carl Eduards, im August 1745, hatte seinVater in Rom seine Juwelen für 8000 Scudi versetzen müssen.Mit seiner Schwägerin war der Cardinal in guten Beziehungengeblieben. Zur Zeit als diese noch in Paris verweilte, undehe es zum ärgsten kam, hatte sie seine Interessen nicht ausden Augen verloren. „Die Gräfin von Albanh", schreibt derschwedische Botschafter Baron von Staöl-Holstein am 30. Mai1791 an König Gustav III-, „hat einen schönen Beweis desAdels und der Ehrlichkeit ihrer Gesinnung abgelegt. Sie hatsich eifrig bemüht ihrem Schwager dem Cardinal von Zftrkdie Ansprüche die er in Frankreich hat, zu bewahren. Er hatsich doch nicht immer gut gegen sie benommen. Ich berichtedies Ew. M., da ich weiß, daß Sie an diesen beiden durch-lauchtigen Personen Antheil zu nehmen geruhen." Begreif-licherweise hatte dies inmitten der bald darauf begonnenen