4V3
Vittorio Alfieri und die Gräfin von Albany.
zu schildern versucht. Aus den in diesem Buche enthaltenen,namentlich in Florenz, mehr denn drei Decennien lang Wohn-ort der Gräfin, gesammelten Nachrichten ergiebt sich, daß derCardinal von Jork längere Zeit hindurch in den häuslichenZwistigkeiten auf Seiten seiner Schwägerin stand, daß er, nichtohne Einwirkung Großherzog Leopolds von Toscana, nach derEntfernung derselben aus dem Hause ihres Gemals im Jahre1780 zu ihrer Ausnahme in Rom bereitwillig die Hand botund auch Papst Pius VI. in diesem Sinne bestimmte, daßaber das Verhältniß der Gräfin von Albany zu Alfieri ihnzu einer Sinnesänderung veranlaßte, die auch aus seine Be-ziehungen zu seinem Bruder nicht ohne Einfluß bleiben konnteund endlich Letztern zur Rückkehr nach Rom bewog, wo erseine letzten Tage zugebracht hat.
Von dem Stuart'schen Familien-Archiv gelangte der größteTheil bereits im Jahre 1798 nach London. Die im Besitzdes Cardinals von Jork gebliebenen Schriftstücke wurden imJahre 1815 von Cardinal Cousalvi dem Prinz-Regenten, nach-maligem Könige Georg IV. geschenkt. Sie sind von mehrenHistorikern benutzt worden. Aus welchem Anlasse ein Theildieser Schriftstücke von der großen Masse getrennt in Händendes Fiduciarerben des Cardinals, Monsignor Cesarini und nachdessen Tode bei seinen Angehörigen blieb, ist mir unbekannt.Wahrscheinlich sind diese Stücke gar nicht beachtet worden.Ich habe dieselben, welche ein ungeordnetes Convolut meistan den Cardinal gerichteter Briefe bilden, in Rom durch-zusehen Gelegenheit gehabt. Sachen von politischer Wichtigkeitsind nicht darunter. Neben einigen meist kurzen Briefen CarlEduards, von denen die in englischer Sprache von ihm ge-schriebenen die Freiheiten, welche hohe Herrschaften des vorigenJahrhunderts sich in Beziehung aus Grammatik und Ortho-graphie zu nehmen Pflegten, an Kühnheit weit übertreffen, fin-den sich eine Reihe von Briefen der Gräfin von Albany undeine weit größere der natürlichen Tochter des Prätendenten,welche der Schutzengel seiner letzten Jahre gewesen ist. Ausspäter er Zeit sind einige Briefe Cardinal Maury's, dessen
26*