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Kleine historische Schriften
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374 König Gustav III. von Schweden in Aachen

blicken ließ, wie Frankreich deren so viele aufzuweisen hat, ineinen Verein tiefer Innerlichkeit und naiver Wärme des Ge-fühls mit dem glänzend anmutvollen Äußern der Weltfrau,an welche man allerdings, will man nicht ungerecht sein, denMaßstab der Zeit anlegen muß. Franxoise Eleonore de Man-ville war die reizende Tochter einer nicht reichen Familie.Früh verwaist und ohne Aussichten, heiratete sie in ersterJugend einen um fünfzig Jahre ältern Marine-Offizier, denChevalier de Sabran, welcher von einer der ältesten Familienvon Languedoc-Provence stammte, zu welcher Elzöar de Sa-bran, Erzieher der Kinder König Roberts von Neapel, gehörte,welchen Papst Urban V. im Jahre 1369 canonisirte, undderen Name mit dem von König Carl X. ihr verliehenenHerzogstitel im Jahre 1847 auf die verschwägerten provenza-lischen Ponteves übergegangen ist. Mit vierundzwanzig JahrenWittwe, widmete sie sich der Erziehung ihrer beiden Kinder,der Malerei, Musik und Poesie, und gehörte zu den Zierdender vornehmen pariser Gesellschaft jener Tage, während Männerwie Turgot, Malesherbes, Delille u. A. ihr Aufmerksam-keit zuwandten. Zu verschiedenen Malen besuchte sie Aachenund Spa, wohin der damals berühmte pariser Arzt Tronchinseine vornehmen Patienten gerne sandte.Sobald ich michetwas erholt haben werde", schrieb sie im Juli 1784 vonletzterm Bade aus,gehe ich nach Aachen. Aber ich beeilemich nicht, denn es sind so viele Gäste da, daß ich nicht weiß,wo wir ein Unterkommen finden werden. Das Haus derguten Grohen ist vom Keller zum Speicher mit Herzogen undPrinzen gefüllt, sodaß ich anderswo Quartier suchen muß, wasmir wahrhaft leid thut, denn ich hange mehr als Andere vonGewohnheiten ab, und mag keine neuen Gesichter sehen."

Ein warmer Verehrer der Gräfin von Sabran war PrinzHeinrich von Preußen. Er hatte sie, wie es scheint, in Aachenkennen gelernt. Als er im Jahre 1784 in Paris war, woes sich für ihn, neben Vergnügungen, um politische Zwecke,die östreichischen Absichten auf den Austausch Belgiens gegenBaiern handelte, verbrachte er viele Stunden in ihrem Hause.