348 K. Gustav III. von Schweden in Aachen 1780 und 1791.
lange Unterredung hatte. Er bestätigte mir des Königs Ab-reise nicht, aber ich erkannte, daß er daran glaubte. Er gabmir seine Sehnsucht kund, ihn wieder auf den Thron seinerVäter zu erheben, und wie sehr er dabei auf den Beistandder russischen Kaiserin rechne, deren Gegner er gewesen, dereneifrigster Ritter er geworden, und deren Ansichten von derfranzösischen Staatsumwälzung ihm bekannt waren. Nachdemich den Herzog von Villequier gesehen, der auch um des KönigsAbreise wußte, reiste ich am 23. Abends nach Brüssel ab, woich am 24. um ein Uhr nach Mittag anlangte. Hier wardie Abreise kein Geheimniß mehr. Monsieur war durch Mons,Madame durch Tournay gekommen, ohne auf Hindernisse zustoßen. Die lebhafteste Freude erfüllte die Franzosen, welchesich in großer Zahl in Brüssel befanden. Nur die unterdessendahin zurückgekehrte Erzherzogin, zu der ich mich alsbald nachmeiner Ankunft begab, war sehr unruhig über das Ausbleibenvon Nachrichten vom Könige. Es hieß, er habe die Straßenach Luxemburg über Montmödy eingeschlagen, aber die dorthinexpedirten Couriere kehrten nicht zurück. Da ich ihr denWunsch, sogleich weiterzureisen kund gab, rieth sie mir, dasEintreffen eines ihrer Couriere abzuwarten, um nicht einevergebliche Fahrt zu machen. Als ich am Abende bei demHerzog von Villequier soupirte, wurde ich nach Hof beschieden.Ich fand die Erzherzogin in Thränen und sie ließ mich einenBrief des Commandanten von Luxemburg lesen, mit der An-zeige, der König sei zu Varennes-en-Argonne um Mitternachtverhaftet worden."