342 König Gustav III. von Schweden in Aachen
binnen acht Tagen oder kehre in diesem Jahre gar nicht
zurück. In beiden Fällen ist's aber gut, daß man meine
Heimkehr erwartet."
Weder das eine noch das andere geschah. Das Unter-nehmen, welches der König in der Seele trug, kam nicht
zustande, aber sein Aufenthalt in Aachen verlängerte sich,
infolge von Besprechungen und Unterhandlungen, die ihmwenige ruhige Momente ließen. Der in dem Schreiben an-gedeutete Bericht ging an demselben Tage an Baron Staölmit Verhaltungsbefehlen ab — nach Ludwig's XVI. Rückkehrnach Paris sollte der Gesandte der französischen Regierunggegenüber eine völlig passive Haltung beobachten. Manwird sich wenig darum gekümmert haben, und die Stellungdes Diplomaten wird eben keine angenehmere geworden sein,da die intime Verbindung seines Souveräns mit der königlichenFamilie und den Ausgewanderten immer mehr an's Licht trat.
Die Berichte Staöls zeigen, daß der König ihn in völligerUnkenntniß seiner Absichten ließ. Wiederholt deutet er aufdie Jnterventionsgerüchte hin, mit denen Paris erfüllt warund die den Plänen einer Contrerevolution zur Stütze dienten.Der Diplomat, der sich inmitten des Factionstreibens amHauptort der Action befand, beurteilte die Lage richtiger alsder Souverän. „Die Gerüchte von einer Contrerevolution",schrieb er am 24. Mai, „erhalten sich. Man berechnet jetzt,daß man im Juli loszuschlagen versuchen wird, aber es stehtzu befürchten, daß, wenn die Aristokraten etwas unternehmen,ihre Bemühungen den Stempel des Leichtsinns und der Zu-sammenhangslosigkeit an sich tragen werden, der bis jetzt ihremganzen Verhalten aufgedrückt gewesen ist; ein Verhalten dasan dem Unglück und der Demüthigung des Königs großeSchuld trägt." Zwei Tage später schrieb er: „Man ver-sichert hier, Graf Artois gehe nach Spa. Dort wird sich indiesem Jahr eine erstaunliche Menschenmenge einfinden." Undam 9. Juni: „Die Besorgniß vor einer fremden Invasionmehrt sich mit jedem Tage. Die Aristokraten welche nur vonHülfe von außen etwas hoffen, tragen nicht wenig dazu bei,