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Kleine historische Schriften
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340
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34ü König Gustav III. von Schweden in Aachen

vom Ausgang des großen Ereignisses der Flucht des Königspon Frankreich erhalten können, die nun stattfinden muß. DerPrinz von Oranien und sein Sohn sind unter dem Namenvon Grafen von Vianden hier angelangt. Heute trifft PrinzFerdinand svon Preußens mit seiner Familie ein."

Als Gustav III. diese Zeilen schrieb, schien der schwierigsteTheil desgroßen Ereignisses" glücklich vollbracht. GegenMitternacht, vom 20. zum 21. Juni hatten Ludwig XVI.,die Königin, ihre Kinder, Madame Elisabeth, Madame deTourzel Gouvernante der Lukuuts äs Brunos, die Tuilerienheimlich verlassen. Graf Fersen als Kutscher verkleidet, fuhrsie zur Stadt hinaus. Der in den lothringischen Provinzencommandirende General Marquis von Bouillö sollte sie inMontmödy aufnehmen. Die Reise ging den Rest der Nachthindurch unbehindert; die königliche Familie glaubte sich ge-rettet, als sie am Nachmittage des 21. sich Chalons-sur-Marne näherte.

Man weiß, wie diese Hoffnung plötzlich und nicht ohneSchuld des unvorsichtigen Monarchen vernichtet wurde. Unterden Augen von Bouillö's Truppen, deren Dispositionen durchVerspätung der Reisenden verwirrt worden waren, und beidenen man wohl auf die Offiziere, nicht auf die Mannschaftenzählen konnte, wurde Ludwig XVI. zu Varennes angehaltenund zur Umkehr genöthigt. Wenn der General, der in Mont-mödh den König erwartete, und auf die Kunde von dem Vor-fall mit einem Cavallerieregiment aufsaß, anderthalb Stundenfrüher in Varennes anlangte, konnte die königliche Familiegerettet werden. Nun ging die Fahrt langsam in Hitze undStaub nach Paris zurück. Der Vater des Schreibers dieserZeilen, damals um seiner Studien willen in der französischenHauptstadt, war in der Avenue des Champs Elhfies Zeugedieses traurigen Einzugs. Die Wagen rollten dahin zwischenzwei Reihen Volkes, trotzig schweigend, den Hut auf demKopf, während der kleine Dauphin zum Wagenschlag hinaus-schauend grüßte. Die königliche Familie hat nur ein Gefäng-niß mit dem andern vertauscht, als man sie ein Jahr darauf