in den Jahren 1780 und 1791.
325
Herrscher zu interessiren." Im folgenden Monat lud er dieflüchtigen Prinzen Artois und Condö nach Stockholm ein.„Alles, was in Frankreich vorgeht", schrieb er am 29 . De-cember an Hessenstein, „wird nach einem Jahrhundert ebensoschauerlich wie fabelhaft erscheinen. Die liebenswürdigen Fran-zosen unserer Jugendzeit sind wahre Kannibalen geworden.Der Moment zur Rettung des Königs scheint mir noch nichtgekommen. Der Bürgerkrieg, der wahrscheinlich bald zum Aus-bruch kommt, wird die Mittel dazu an die Hand geben." Ersprach von Sullanischen Proscriptionen und verglich Lafayettemit einem fränkischen Majordomus. Die Absicht, dem Königezu helfen, das Königthum wiederaufzurichten, wurde in ihmimmer lebendiger, während seine Pläne concrete Formen an-nahmen. Die Anfänge der Umwälzung trafen ihn inmittendes schon erwähnten russischen Krieges; die Gedanken undEmpfindungen, die ihn nun immer stärker ergriffen, trugenwesentlich dazu bei, ihn dessen Beendigung ersehnen zu lassen.Der im Juni 1790 über die feindliche Flotte erkämpfteglänzende Sieg ermöglichte ihm den Abschluß des wenn nichtvortheilhaften, doch ehrenvollen Friedens von Werelae, vom14 . August. Sobald er die Hände frei hatte, ging er mitgrößtem Eifer an die Verwirklichung seiner längst gehegtenAbsichten. Die Gleichartigkeit der Anschauungen bewirkte An-näherung zwischen bisherigen Gegnern, und Katharina II. wares, auf welche Gustav vornehmlich zählte, als er zu An-fang 1791 die allgemeine Schilderhebung gegen die französischeRevolution zu organisiren beschloß. Die Stimmung, welcheEdmund Burke's beredter Angriff, in den im October 1790veröffentlichten Betrachtungen über diese Revolution, in demgrößten Theile Europa's erzeugt hatte, ließ den Moment tatsäch-lichem Einschreiten günstig erscheinen. Offenbar gab Gustav III.sich aber sanguinischen Erwartungen hin. Was von der russischenKaiserin zu erwarten war, werden wir noch sehn; Kaiser Leo-pold's II. bedächtiges Abwägen und Abneigung gegen jedenSchritt, der so große Complicationen in Europa veranlassenkonnte, eine Abneigung welche durch die bedenkliche Lage