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Kleine historische Schriften
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König Gustav III. von Schweden in Aachen

fassung des Landes für unhaltbar und ruinös hielt, aber beider herrschenden Stimmung nothwendig erachtete, dieser Ver-fassung ungehinderte Wirkung zu gewähren und den natürlichenVerlaus abzuwarten, nicht aber eine Contrerevolution zu ver-suchen, deren Mißlingen gewiß, deren Folgen entsetzlich seinwürden, während man auf anderem Wege endlich doch Rück-kehr zu befriedigenden Zuständen erhoffen dürfe. Es liegt aufder Hand, wie wenig diese Anschauungen mit denen Gustav's III.übereinstimmten, welcher den Berichten seines Botschaftersimmer weniger Glauben beimaß. So kam es, daß er sicheifrig andere Nachrichten zu verschaffen bemüht war, namentlichdie des schon genannten Baron Taube, eines in der pariserGesellschaft sehr bekannten livländischen Edelmanns, und Fersen's.Es ist hier nicht der Ort, auszuführen, wie die Intimität imDrange der Umstände immer zunahm. Zu Anfang October 1789 ,als die königliche Familie genöthigt ward, Versailles mit denTuillerien zu vertauschen, war Fersen in ihrem Gefolge. VonEnde Januar 1790 an verließ er die Hauptstadt nicht mehr,zu Anfang 1791 nahm er seine Entlassung aus dem fran-zösischen Militärdienst. Der Gedanke an die Flucht der Königs-familie schwebte in der Luft, seit der Niedermetzelung der Gardes-du-Corps im Versailler Schlosse; die gewaltsame Behinderungdes Königs, als er am 18 . April 1791 nach St. Cloud fahrenwollte, dort seine Ostern zu halten, brachte ihn zur Ausfüh-rung. Fersen hielt die Flucht für nothwendig zur Rettung.Der 18 . April", schrieb damals Baron StaA,hat viel-leicht eine größere Revolution gesehen als der 14 . Juli (1790 das Föderationsfest). Noch gab's eine Tradition vonAchtung vor der Person des Königs, welche die Vernichtungeiner Autorität überlebt hatte. Diese ist am vorigen Montagvöllig verloren gegangen."

Gustav III. theilte Fersen's Ansicht. Er verfolgte denLauf der Ereignisse mit wärmstem Antheil.Obgleich man",schrieb er am 1 . August 1789 an Stedingk,mich, Frank-reichs ältesten Verbündeten, im Stiche gelassen hat, kann ichder Gewohnheit nicht entsagen, mich für dies Land und seinen