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Kleine historische Schriften
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316
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316 König Gustav III. von Schweden in Aachen

Dennoch bewilligten die Bedingungen eines zwischen Frank-reich und Schweden abgeschlossenen geheimen Tractats letztererMacht, außer den älteren regelmäßigen Subsidien, noch eineBeisteuer von sechs Millionen Livres. Eure Majestät", so heißtes in einem langen Schreiben Gustav's an Ludwig XVI.,wissen, auf welcher Grundlage die Freundschaft zwischen Schwe-den und Frankreich seit zweihundert Jahren beruht. Es istDerselben bekannt, daß das gemeinsame Interesse Gustav's I.(Wasa) und Franz' I., der eines nordischen Bundesgenossenbedurfte, das Fundament zu dem Bündniß legte, welchesGustav Adolf und Ludwig XIII. durch eine Reihe glorreicherKämpfe befestigten, wodurch beide Staaten sich zu einer Höhevon Macht und Größe aufschwangen, auf welcher Frankreichsich erhalten hat, wovon Schweden aber herabgesunken ist,weniger infolge der Fehler als der Unglücksfälle Carls XII.,namentlich aber durch die Schuld der nach seinem Tode ein-gerissenen Anarchie. Diese Anarchie, welche Schweden sozusagenunter die Vormundschaft der Nachbarstaaten stellte, machteseine Bundesgenossenschaft nutzlos und oft onerös. Die glück-liche Umwälzung, durch welche jenem Zustande ein Ende ge-macht und die Ordnung hergestellt worden ist, hat Schwedenseinen alten Freunden wiederzugeführt, und die seitdem ver-flossene Zeit hat es befähigt, ihnen nützlich sein zu können.Seit meiner Kindheit in der Gesinnung der von meinenAhnen gegen Frankreich bewahrten Freundschaft erzogen, unddurch die vom verewigten Könige Ludwig XV. in den gefahr-vollsten Momenten meines Lebens mir bewiesene Freundschaftbestärkt, habe ich mir stets angelegen sein lassen, Ihm wieEurer Majestät meine Dankbarkeit zu bethätigen, und zu be-weisen, wie sehr mir daran lag, die Verbindung zu erhalten,die seit lange zwischen unseren Staaten besteht. In diesenGesinnungen bin ich hiehergekommen."

Als Gustav III. am 7. September dem französischenKönige von Drottningholm aus schrieb und ihm zu der Hoff-nung der Königin, nochmals Mutter zu werden, Glück wünschte(es war der Herzog von der Normandie, der unglückliche