III.
Die pariser Hofgesellschaft ebenso wie die Schriftstellerweltthaten Alles, den künftigen König während seines Besuches inden Jahren 1770—1771 zu verwöhnen.
Er war der Löwe des Tages. Ueber das Verhalten Lud-wig's XV. gegen ihn haben wir ihn selbst vernommen. Zwi-schen ihm und Dauphin und Dauphine bildete sich ein Ver-hältnis welches in späteren Jahren eine historische Rolle ge-spielt hat. Man hat Voltaire und Rousseau unter denenaufgeführt, welche er in Paris gekannt hat. Voltaire, dereinst an seine Mutter, als sie noch Kronprinzessin war, Versegerichtet hatte, welche gereimte Prosa sind, hat auch ihn poe-tisch angeredet, aber er lebte damals in Ferneh, von wo ererst im Jahre 1778 nach der 'Hauptstadt zurückkehrte, umdort zu sterben. Rousseau war im Jahre 1770 allerdings inParis, wo er in einer entfernten Straße in einer Dachwoh-nung Musik copirte, und Gustav hat ihn um so leichter kennenkönnen, da der Prinz von Conti, in dessen Gesellschaft er sichhäufig befand, noch als Protector des armen Jean Jacquesgalt. Dennoch ist es ungewiß, ob er mit dem durch all' dieWechsel und Kümmernisse seines Lebens geistig schon getroffenenManne zusammen gekommen ist. Dem Einfluß so des Einenwie des Andern war er aber bereits unterlegen. „Ich be-wundere", schrieb er am 17. April 1770 an den Minister desAuswärtigen, Grafen Ekeblad, „ die Fortschritte des menschlichenGeistes und die Macht der Philosophie. Voltaire's Ruhm istglänzend genug, denn man kann sich nicht verhehlen, daß dieMenschheit es seinen Schriften verdankt, wenn die Vernunft in