II.
Der älteste der drei Söhne Adolf Friedrichs von Holstein-Gottorp, Bischofs von Lübeck, mit welchem, bei dem im Jahre1751 erfolgten Tode Friedrichs von Hessen--Cassel, SchwagersCarls XII., des dritten und letzten der Könige vom Wittels-bachschen Stamme, dies deutsche mit der Dynastie Wasa durchFrauen verwandte Haus den schwedischen Thron bestiegen hatte,war vierundzwanzigjährig, als er Schweden verließ, um mit seinemjüngsten Bruder Friedrich Adolf eine Reise zu unternehmen,deren Endziel Paris war. Die alten Beziehungen des nordischenStaates zu Frankreich sind bekannt. Nachdem sie im sieb-zehnten Jahrhundert zum Unheil und zur Schmach des deutschenReiches beigetragen, dienten sie im achtzehnten zur Perpetuirungder Parteiungen in dem durch eigene wie durch fremde In-teressen zerrissenen Lande, das dem in Deutschland von ihmgeförderten Loose politischer Schwäche selber umsomehr verfiel,da seine wirklichen Hülfsmittel gering, seine innere Kraft nicktim Verhältniß zu seiner durch einen kühnen und ruhmgekröntenMann erkämpften Stellung stand. Es ist Schweden wie denVereinigten Niederlanden ergangen, wie es Allen gehn wird,die, durch eigene Begehrlichkeit und fremden Hader zur Ein-mischung in die Angelegenheiten der Nachbaren getrieben undbefähigt, durch Anderer Verblendung groß werden um endlichauf ihr naturgemäßes Niveau zurückzusinken. Man mag eiu-wenden, ein Volk blicke dann immer doch mit Stolz auf seineVergangenheit; es fragt sich jedoch, ob die Vergleichung der-selben mit der Gegenwart mehr erhebend als schmerzlich ist,