IV.
Die Verhältnisse der Insel Zante und Cefalonia warenim wesentlichen denen der Nachbarinsel ähnlich. Die Ver-waltung war theils aus venetianischeu theils aus eingebornenBeamten zusammengesetzt. Jene waren der Proveditor, zweiRäthe und ein Schreiber, veuetianische Patrizier, die vomSenat aus zwei Jahre ernannt das eigentliche Gouvernementbildeten. Bon der Beaufsichtigung, durch den General-Prove-ditor und die levantinischen Syndiken, war schon die Rede.Auf Zante bestand ein Großer und ein Kleiner Rath mit den-selben Befugnissen, welche die corfiotischen hatten; letzterer ausderselben Zahl von 150 Mitgliedern bestehend. Der zantiotischeAdel nahm im Verlauf der Zeiten die angeseheneren Fremdenauf, welche theils aus Griechenland theils aus Italien kommendsich auf der Insel ansiedelten. Auf Nationalitäts-Unterschiedewurde keine Rücksicht genommen. Im 17. Jahrhundert suchteder Adel sich als Genossenschaft zu schließen, regte aber dadurchdie Zwistigkeiten mit dem Bürgerstande nur noch mehr an.Eine Constituirung des Bürgerstandes, dem Adel gegenüber,wurde von Venedig nicht zugegeben. An Fehden, die selbst inblutigen Kampf ausarteten, und Skandal aller Art fehlte esnicht bei den Wahlen zu den Aemtern: Fehden, welche, nachden Schilderungen venetianischer Proveditoren, um so gefähr-licher waren, da sie bei einer Bevölkerung verschiedener Her-kunft und Confession leicht in erbliche ausarten konnten.Schlimmer war's in Cefalonia, wo die Form des Rathsweniger bestimmt und der Volkscharakter leidenschaftlicher war.