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Kleine historische Schriften
Entstehung
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V.

Die schweren Sorgen und die unablässigen Mühen einerereignißreichen über das gewöhnliche Maß hinaus thätigen Re-gierung, Enttäuschungen und Kummer mancher Art, verdient wieunverdient, hatten auf Victor Amadeus' Gesundheit wie aufseine Stimmung, welche beide von jeher viel zu wünschen ließen,stark eingewirkt.

Nach dem Tode des Prinzen von Piemont hatte er aufden jüngern Sohn, Carl Emanuel Herzog von Aosta, mehrals vorher seine Aufmerksamkeit zu richten begonnen. DerPrinz war von dem Bruder sehr verschieden und verkündetein der Jugend nicht, was er in reifern Jahren geworden ist.Er war dem Anschein nach von schwächlicher Constitution,unter Mittelgröße, etwas verwachsen, fast linkisch in Haltungund Bewegung, ernst, bedächtig, schweigsam. Sein Wesenhatte dem Könige wenig zugesagt, aber als er Kronprinz ge-worden, wandte dieser alles aus, ihn zu seinem hohen Berufezu befähigen und weihte ihn allmälig in die Staatsgeschäfteein. Victor Amadeus' herrisches Wesen und die Art wie erseine Autorität über den Sohn ausübte, brachten aber beidiesem die Wirkung hervor, daß er den Vater mehr fürchteteals liebte und, wo er konnte, sich scheu vor ihm zurückzog.So waltete auch mit dem einzigen Sohne nicht das rechteVerhältniß ob.

Für die Sicherung der Nachfolge hatte Victor Amadeuszu guter Zeit gesorgt. Die Vermälung seiner beiden Töchterhatten ihn in Beziehungen zu den Bourbonen gebracht die sich