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Kleine historische Schriften
Entstehung
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139
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Eine florentimsche Edelfrau im 15. Jahrhundert. 139

October 1465 erfolgten Tod meldet, fügt sie hinzu, es seiein schwerer Verlust für die Kinder. Und inderthat muß demso gewesen sein, wenn wir dem Bilde Glauben schenken, welchesVespasiano da Bisticci von dieser Frau entwirft, der einzigen,von welcher er ausführlich redet, aus der Zahl jener Floren-tinerinnen, von denen er sagt, sie könnten den edlen Frauendes Alterthums kühn an die Seite gestellt werden, zum Musterfür gegenwärtige wie für kommende Zeiten. Die wiederholtenFallimente in der Familie bereiteten Alessandra schweren Kummer.Jener Mattes Giorgio's Sohn, mit dem das Unwesen in Florenzbegann, war in das Schuldgefängniß der Stinche gesteckt worden,wo er unter den Gefangenen ein Complott zum Losbrechenaus der Hast anzettelte. Einst zur Nachtzeit glückte esihnen auch wirklich, in den Hof zu gelangen, aber dieWache vernahm Geräusch und machte Lärm, sodaß in derStraße Volk sich sammelte, bevor jene das äußere Thor er-brechen konnten. Nun erhob sich aber ein so hartnäckigerKampf, in Angriff und Vertheidigung, daß endlich die Signoriedenen im Innern zusagen ließ, daß sie, wenn sie sich ergäben,weder Folter noch andere Strafen erleiden sollten. So wurdedie Ruhe wiederhergestellt. Als man aber vernahm, MatteoStrozzi sei der Anstifter gewesen, holten die Häscher diesenund banden ihn im Hofe ans Seil, ihm die Wippe zu geben.Da schlug aus den Fenstern der Gefängnißkammern ein Hagelvon Steinen nieder, so daß die Mannschaft auseinanderstob.Er zahlte, der Ärmste, und ich fürchte, er bleibt nun ausimmer in den Stinche begraben."

Wir vernahmen, wie Alessandra sich der natürlichen Tochtereines Vetters annahm. Mit dieser Ginevra blieben sie und ihreAngehörigen in guten Beziehungen, und aus einem Briefe derFiammetta Strozzi an ihren Gatten ersieht man, wie diese siebei der Geburt eines Sohnes beschenkten. So ist's begreiflich,daß Alessandra auch für die Kinder Sorge trug, welche ihrjüngerer Sohn von einer Caterina da Sommaia hatte, einMädchen, Violante, und ein Knabe Giovan Luigi. In einemihrer Briefe vom Jahre 1465 begegnen wir einer halbver-