Eine florentimsche Edelfrau im 15. Jahrhundert. 135
legenheit sorge somit für eine, z. B. für eine Tatarin, denndie sind kräftiger und halten mehr aus. Die Russinnen sindfreundlicher und schöner, aber ich ziehe Tatarinnen vor. DieCircassierinnen haben robusteres Blut, doch daran mangelt'sihnen überhaupt nicht." Über die Cateruccia hatte sie einstsehr zu klagen gehabt. „Du weißt", schrieb sie viele Jahrevorher an den altern Sohn, „daß ich vor langer Zeit dieCateruccia, unsere Sklavin (uostru isolliuvu) kaufte, die sichnun längst, seit ich nicht mehr Hand an sie gelegt, gegen michund die Kinder so schlecht benommen hat, daß nur ein Augen-zeuge es glauben kann. Ich habe es immer ertragen, da ichsie nicht züchtigen kann, auch in der Hoffnung, Du werdesteinmal auf einen Monat Herkommen, wo wir dann inbetreffihrer einen Entschluß zu fassen, jedenfalls die Dinge zu bessernim Stande gewesen wären. Nun erklärt sie seit mehren Mo-naten sie werde nicht mehr bleiben, und ihre Bosheit ist sogroß, daß niemand es mit ihr aushält. Wäre es nicht umder Alessandra willen (die jüngere Tochter und Matteo warendamals noch bei der Mutter), so würde ich Dir vorgeschlagenhaben sie zu verkaufen, aber ich muß vorher die Alessandraaus dem Hause haben, da die Cateruccia eine so böse Zunge hat.Ich weiß allerdings nicht, ob ich's so lange ertrage, dann aberschaffe ich mir sie jedenfalls vom Halse, denn sie stellt sich an,als wäre ich die Sklavin, sie die Herrin, und bedroht unsalle mit Unheil."
So führte die schlimme Sitte ihre Strafe mit sich. Späterbesserte das Mädchen sich, nachdem von Barcelona eine zweite,vielleicht eine Mohrin, ins Haus gekommen. Von mehrenandern ist die Rede. Die Eine wollte nicht lernen, nicht ein-mal nähen, war jähzornig und verbuhlt, und wurde verkauft,da man nichts mit ihr machen konnte. Eine Andere war einearge Diebin, eine Dritte gewandt und ehrlich, aber der Weinstieg ihr zu Kopfe und sie ließ sich auch mit Männern ein,so daß man sie aus dem Hause schaffen mußte, da jungeMädchen darin waren. In Filippo's Hause in Neapel dientenmehre Sklavinnen. „ Wenn Matteo sie in Ordnung zu halten