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Alessandra Strozzi.
Lohn sie zu erhalten haben. Wir sehen sie inmitten der an-haltenden Bedrängniß durch das Steuerwesen. Nirgends wirdder Druck, welchen die Verwaltung, nur zu oft nicht im In-teresse des Staates, noch zur Bestreitung der durch häufigeKriege nothwendig werdenden Auslagen, sondern zur Befriedi-gung der Habsucht wie der Rachsucht gewissenloser Parteihäupterauf die Einwohnerschaft, namentlich der Hauptstadt, ausübt,so klar wie in diesen kunstlosen Briefen, wo wir dem System,welches eine im Princip billige und gerechte Einrichtung mitunglaublicher Willkür ins Arge verkehrte, gewissermaßen insAuge blicken. Man lernt das, was Guicciardini, der die Er-innerungen von Vater und Großvater den eigenen Eindrückenvom Ende des Jahrhunderts zugesellte, und andere Historikerund Annalisten über das Steuerwesen der ersten MediceischenZeit sagen, besser verstehn, wenn man Alessandra Strozzi inihren Berechnungen der Zahlungen folgt. Als im Frühjahr1464 Papst Pius II. sich zum Kreuzzuge bereitete, hatten dieFlorentiner geringe Absicht, dafür thätig zu sein, die Steueraber zogen sie ein. „Sie haben", schrieb Alessandra am19. Juni", den Dreißigsten für den Papst auserlegt; wer nichtzahlt, verfällt der Excommunication. So haben wir zumKataster auch noch diese Last."
Die häufige Erwähnung von Sklavinnen in den vornehmenHäusern in Alessandra's Briefen zeigt, daß eine Unsitte ältererZeiten fortwährte, aber keineswegs im Sinne nothwendigen Zu-sammenhangs mit lockerer Lebensweise zu deuten ist, so großimmer die Übelstände sein mochten. Als es sich darum han-delte, mit Filippo gemeinsam Haus zu halten, erinnerte dieMutter ihn daran, daß eine Sklavin noththue. „Ich habedie Margherita, die aber nicht tauglich geworden ist. Auf dieCateruccia ist nicht zu zählen, denn die will in keinem Fallevon hier weg und klagt stets über ihre Gesundheit. Ich habekeinen andern Dienst von ihr, als daß ich sie gelegentlich aus-sende oder mitnehme, sonst bleibt sie in ihrer Kammer, spinntwol für mich oder schafft für sich, sodaß ich wol eine Dienerinhabe, doch keine für schwere Arbeit. Bei sich darbietender Ge-