Eine florentinische Edelsrau im 15. Jahrhundert. 131
es scheint weniger platonischen Verhältniß zu einer andernLucrezia, einer Gondi, vermalt mit Niccolö Ardinghelli, demSohne einer Strozzi, welche oben genannt worden ist. DerMann, der gerade nicht zu den Verständigen noch Tadellosengezählt zu haben scheint, hatte die kaum Angetraute verlassen,um im Levantehaudel sein Glück zu versuchen, und blieb nichtweniger als dritthalb Jahre in der Ferne, währenddessen dieschöne junge Frau die Aufmerksamkeit des siebzehnjährigenMedici auf sich zog. ,,Er sieht seine Dame oft", schreibtAlessandra zu Anfang 1465. Und einige Monate später inBezug aus Filippo's beabsichtigte Heirat: „Du wirst nichtso viele wunderliche Streiche machen wie der Ardinghelli. Ichkenne deinen Entschluß noch nicht, aber ich denke, Du achtestauf deine Ehre in diesem wie in andern Fällen. Deine
künftige Frau wird auch keine dreißig Monate zu warten haben,ohne den Mann zu sehen, wie die des Ardinghelli, welcherman, da sie so lange ohne Kunde blieb, Zeitvertreib, Festeund Putz verschaffen mußte."
Dann im Februar 1466: „ Ardinghelli's Frau ist hierund unterhält sich. Sie hat sich einen neuen Festanzug an-geschafft, mit wenigen aber großen und schönen Perlen. Ihrzu Ehren fand am 3. im Saal des Papstes in Sta MariaNovella (die Localität, welche bekanntlich nach Papst Martin V.benannt, das gewöhnliche Absteigequartier fürstlicher Gäste war,wie man sieht aber auch zu andern, mit einem Kloster wenigharmonirenden Zwecken diente) ein Ball statt, welchen LorenzoPiero's Sohn veranstaltet hatte. Er und mit ihm eine Schaarjunger Leute trugen ihre Livree, violette Wämmser mit kost-barem Perlenbesatz. Sie verwenden das neuerlich gewonneneGeld." Man braucht sich über die jugendlichen Vergnügungennicht zu wundern, wenn man von der Leidenschaft des nichtmehr jungen Mannes und Wittwers für Bartolommea de'Nasi, Gattin Donato Benci's, liest. Eine so öffentliche Hul-digung hatte indeß in den Augen der Zeitgenossen nichts An-stößiges. Zwei Jahre bevor dieser Ball stattsand, im Frühlingdes Jahres 1464, gab der vierundzwanzigjährige Bartolommeo
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