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Kleine historische Schriften
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Alessandra Strozzi.

Madonna Alessandra zu Anfang 1466,sind dem Heiratennicht günstig. Die jungen Männer bleiben lieber ledig; dieDinge sind in schlechter Verfassung, und niemals sind für Aus-stattung der Frauen solche Auslagen gemacht worden wie heut-zutage. Keine Mitgift ist so bedeutend, daß nicht die Braut,wenn sie das Vaterhaus verläßt, sie an ihrer Person trüge inSeidenzeugen und Juwelen." Dieselbe Frau, die diese Worteschrieb, hatte sich aber zwei Decennien früher darüber gefreut, daßihre Tochter bei der Hochzeit vierhundert Goldgulden an sichtragen würde. Während es sich um Filippo's Heirat handelte,hatte er einmal scherzhaft an seine Mutter geschrieben, es ge-nüge ihm, wenn der Brautschmuck nicht geringer sei, als jenervon Madonna Jppolita Sforza.Ich erwidere Dir", ant-wortete sie in gleichem Ton, daß er wol ein klein wenig hinterjenem Zurückbleiben wird, aber wir werden suchen, Dich durchdie Braut selber schadlos zu halten. Jene wird schönere Ju-welen haben, Du magst, so Gott will, eine schönere Personbekommen."

Hat der Magnifico die Sitten verderbt, so fand er dazufruchtbaren Boden. Als im Jahre 1473 die Signorie dieseit dem 14. Jahrhundert oft und fruchtlos erlassenen Luxus-gesetze erneuerte, versuchte sie dem Glücksspiel Schranken zu setzen.Junge Leute unter vierundzwanzig Jahren sollten überhaupt zuWürfel- und Kartenspiel nicht zugelassen werden. GewisseKartenspiele waren ganz verboten, die Höhe des Satzes be-schränkt. Doch, wie man leicht ermißt, war alles vergeblich;wo einmal solche Tendenzen vorherrschen, richten gesetzliche Be-stimmungen wenig aus. Der hervorragendste Jüngling inFlorenz, er, aus den alle Blicke gerichtet waren und der baldan der Spitze des Staates stehn sollte, hatte übrigens schonfrühe in dieser Beziehung ein ebensowenig gutes Beispiel ge-geben, wie er es in reiferen Jahren gab. Wenn wir den füreinen größern Kreis bestimmten Aufzeichnungen zur Erläuterungseiner Poesien Glauben schenken, hatte Lorenzo de' Medici eineJugendliebe. Man weiß sonst nichts von dieser Lucrezia Donati,aber durch Alessandra Strozzi vernehmen wir von einem wie