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Kleine historische Schriften
Entstehung
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Ivo

Messandra Strozzi.

treten, ohne sein Gewissen zu beschweren, wurde er ein reicherMann. Es schien ihm löblich Reichtum ehrlich zu gewinnen,noch löblicher ihn gut anzuwenden. Reichtum, sagte er, seian sich nicht Tugend, wohl aber ein edles Mittel dazu. Erwar fleißig, aufmerksam, unermüdlich im Arbeiten und Wachen,und erwarb sich solches Ansehen, daß er nicht nur Prozesseverglich, sondern von allen Seiten sein Gutachten in zweifel-haften Fällen im Handelsverkehr angerufen wurde. SeineGeschäfte behandelte er großartig, von Ort zu Ort Maarensendend, Überfluß schaffend wo Mangel herrschte, oft zu eignemVortheil. Mit Fürsten handelte er mehr als mit Privaten,mehr mit Reichen als mit Armen; es schien ihm nicht rechtvon letzteren selbst erlaubten Gewinn zu ziehen. In der Er-füllung seiner Verbindlichkeiten war er äußerst pünktlich, Schuld-nern gegenüber nachsichtig. Freunden diente er ohne Gewinn,Andern mit erlaubtem Zins; es lag ihm mehr daran Menschenals Geld zu gewinnen. Dies darf nicht Wunder nehmen. Erwar ein guter und frommer Christ, und hielt auch bei seinenBeamten und Gehülfen daraus, daß sie auf Gott und seineEhre mehr Rücksicht nahmen, als auf seinen Vortheil. Mehrdenn einen, der sonst in Geschäften tüchtig war, entließ er,weil er ihm hierin nicht genügte.

Es machte ihm Freude sein Haus mit Silberzeug undseltnem und schönem Geräth reichlich versorgt und geschmücktzu sehn. Dies Haus stand Allen offen, nicht bloß Geschäfts-freunden sondern Andern, Landsleuten wie Fremden von Stande.Alle empfing er freundlich. Obgleich ein Verbannter, benahmer sich gegen seine Vaterstadt und die welche sie regierten aufsolche Weise, daß niemand sein Verhältnis ahnte. Seinenzahlreichen Hausstand hielt er gut, aber nicht mit überflüssigerAusgabe; er lebte mit großem Anstand, doch nicht verfeinert,sodaß weder das Zuviel noch das Zuwenig zu tadeln war.In der Nähe von Neapel besaß er ein zum Obstgarten um-geschaffenes Grundstück, welches besser angepflanzt und gehaltenwar als irgendeines der Umgebung. Dort weilte er oft, zueigner Erholung wie zur Unterhaltung der Freunde. Der