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Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
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Eine slorentinische Edelfrau im 15. Jahrhundert.

Dich nicht auf wie ich wünsche, was mir großen Kummer macht,und mir Besorgnis einflößt, Du werdest Dir kein beneidens-werthes Loos bereiten. Denn dem, der nicht handelt wie ersoll, begegnet das, worauf er nicht gefaßt ist. Zu meinenübrigen Sorgen gesellt sich nun noch die schwerste, die umDeinetwillen. Um aus Kosten und Quälereien herauszukommenund euch nützlich zu sein, hatte ich den Pachthof von Antella zuverkaufen beschlossen, der mir nach Abrechnung der Lasten acht-hundert Gulden eingebracht hätte. Filippo hat dreihundert, undich berechnete, daß, wenn ihr beide mit dieser Summe Geschäftezu machen begonnen hättet, ihr etwas zu erübrigen im Standegewesen wäret. Gemäß dem was ich von Dir vernehme, erkenneich jedoch, daß Du wol wegzuwersen, nicht aber einen Guldenzurückzulegen fähig bist. Mir ist klar, daß Du Dir und unsSchaden und Unehre bereitest, denn ich höre, Du habest schlechteSitten, und Ermahnungen fruchten nichts. Dies klingt übelund verdrängt alle meine guten Absichten. Ich begreife nicht,wie Du Dich so gehn lassen kannst, denn erstens, und das istdie Hauptsache, mißfällst Du Gott, sodann mir, denn Du magstDir selber sagen, mit welchem Leidwesen ich von Deiner Auf-führung und der Schmach vernehme, die Du über uns bringst.Endlich ziehst Du Dir in hohem Grade Jacopo's Mißfallen zu.Fingest Du jetzt an, so könnte man hoffen, aber Du bist seitJahren auf schlimmen Wegen, und aus Liebe zu mir hat manDir verziehen. Änderst Du jedoch deine Lebensweise nicht, sofürchte ich, meine Verwendungen für Dich werden nichts fruchten.Laß Dir dies genügen. Sei verständig es thut Dir noth."

Lorenzo Strozzi empfand wol, daß er Vorwürfe verdiene.Ein Jahr zuvor hatte er dem Bruder seine Verirrungen be-kannt.Es wird mir schwer werden, das Verlorne wiederzu erlangen, denn dessen ist nicht wenig." Jacopo schrieb anFilippo:Dein Bruder hat gute Eigenschaften; könnte er nureinige Untugenden abstreifen I Geld zu machen, ergiebt mansich hierzulande dem Spiel. Hat er nur etwas freie Zeit,so vergeudet er sie beim Ballspiel, oder in den Bädern, odersonstwo. Er verliert mehr Zeit, als er sollte. Wenn ich ihn

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